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Raki Tsikoudia Tsipouro - griechische Spirituosenspezialitäten - Griechenland

Raki, Tsikoudia, Tsipouro sind griechische Spirituosenspezialitäten die sich nicht sehr voneinander unterscheiden. In Deutschland sind Tsikoudia und Tsipouro eher unbekannt und überwiegend unter dem Namen Raki bekannt. Raki ist im eigentlichen Sinne allerdings keine griechische Spezialität, sondern kommt aus dem Türkischen, in Griechenland nennt man einen Raki geläufig Tsikoudia.

Geschichte

Seit dem 15. Jahrhundert wird Raki gebrannt und ist in verschiedenen Sorten mittlerweile erhältlich. Höchstwahrscheinlich hat der Raki seinen Ursprung in Kleinasien und wurde schon im Osmanischen Reich sowohl von Türken als auch von Griechen gebrannt. Mittlerweile hat es der Raki bis nach Frankreich geschafft und wird dort als Pastis bezeichnet. Raki kann also in dieser Benennungsform nicht zwangsläufig nur als griechische Spezialität bezeichnet werden, als typisch griechische Spezialität kann man eine Form des Rakis ansehen, den Tsikoudia. Doch auch innerhalb von Griechenland gibt es verschiedene Bezeichnungen, so wird der Raki auf Kreta Tsikoudia und im restlichen Griechenland ist er eher unter dem Namen Tsipouro bekannt.

Herstellung

Raki und seine verschiedenen Formen und Bezeichnungen wird aus Resten der Maische destilliert. Maische entsteht bei der Weinherstellung und nach Destillation ist der Raki sehr klar und hat einen Alkoholgehalt von 30 – 40 %. Nach der Weinlese im Herbst fallen große Mengen des sogenannten Tresters an und die Produktion läuft zu dieser Zeit auf Hochtouren. Bei der Produktion kann es passieren, dass die Maische am Kesselboden anbrennt. Um dies zu verhindern, werden die Kesselböden in vielen Brennereien mit Olivenholzzweigen ausgelegt.

Genuss

Raki in seinen verschiedenen Versionen und Bezeichnungen ist besonders auf Kreta ein Getränk, welches von Gastgeber zu jeder Begrüßung gereicht wird. Fast schon unhöflich ist das Ablehnen eines guten Rakis. Viele Sorten dieser Spirituose werden in Griechenland nicht offiziell in Brennereien gebrannt, sondern heimlich schwarz hergestellt. Oftmals dient dies nicht, um kommerzielle Zwecke zu verfolgen, sondern den eigenen Bedarf an diesem Getränk zu decken. Grund hierfür ist die Beschränkung seitens der griechischen Regierung. Nur wenige Betriebe dürfen offiziell Raki herstellen und somit ist das private schwarze Herstellen sehr weit verbreitet.

Raki wird üblicherweise pur getrunken, eine Mischung mit Wasser oder anderen Flüssigkeiten findet nicht statt. Der Geschmack ist sehr unterschiedlich und kann nicht klar definiert werden. Vergleichbar ist ein guter Raki jedoch mit einem Grappa. Nuancen von Früchten sind am Gaumen gehaltvoll zu erkennen und ein fruchtiger Abgang ist ebenfalls gegeben.

Varianten

Es gibt wohl kaum eine griechische Spezialität, die so facettenreich wie der Raki ist. Verschiedenste Herstellungsprozesse und Verfeinerungen können von Region zu Region ganz unterschiedliche geschmackliche Nuancen aufweisen. Im Westen Kretas wird Raki vorwiegend aus Maulbeeren gebrannt, andere Regionen verfeinern Raki mit Honig und Gewürzen und ermöglichen so sogar einen warmen Genuss im Winter.

Tipps

Wer in Griechenland ist und Einheimische besucht, der sollte einen Raki nicht ablehnen. Es ist eine sehr freundliche Geste, Gästen einen Raki anzubieten, ganz egal, ob dieser nun offiziell gekauft wurde oder schwarz gebrannt wurde. Zur Begrüßung sollte man dieses edle Tröpfchen pur vom Gastgeber genießen, auch wenn man vielleicht kein Fan von hochprozentigen Spirituosen ist. Auch nach dem Essen oder zur Verabschiedung wird ein Raki gerne gereicht, auch hier ist es unhöflich, diesen abzulehnen, und dem Gastgeber seine Achtung nicht entgegenzubringen.

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