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Die Kamposebene und der Mastixbaum auf der Insel Chios

Die Mitte der Insel ist teils bewaldet, teils karge Steinwüste. Hier findet man ein überaus fruchtbares Tal, die Kamposebene, an deren Nordseite auch der Inselflughafen liegt.  Nur einige km südlich von Chios-Stadt erstreckt sie sich über zehn Kilometer Länge und zwei Kilometer Breite an der Ostküste der Insel.  Mit seinen Blumen und Zitronenbäumen erscheint die Ebene wie ein endloser,  fruchtbarer Garten, der ganz in der Nähe der Inselhauptstadt liegt und eine einzigartige Wohn- und Agrarlandschaft bildet. Der Kampos („flach“). ist einzigartig in Griechenland, hier scheint die Zeit stehen geblieben zu sein, bis in die heutige Zeit haben die Dörfer des Kampos ihre eigene, charakteristische Identität bewahrt. Die Ortschaften sind stark geprägt von der  genuesischen Epoche. Hinter hohen Mauern verstecken sich majestätische Herrenhäuser aus dieser Zeit, monumentalen Freitreppen, schattige kieselgepflasterte Innenhöfe, säulendekorierte Zisternen, Schöpfbrunnen, und endlose, duftende Zitrusplantagen. Im Mittelalter beschlossen die Ritter hier ihre Herrenhäuser zu errichten. Der griechische Landadel  folgte einige Jahre ihrem Beispiel. Hohe Mauern aus dem Stein der Ortschaft Thymiana schützen die Villen vor Staub, Wind, Kälte und Eindringlingen. Diese Bauten beeinflussen auch heute noch das bild der Ebene. Seit je her arbeiteten die Einwohner dieses fruchtbaren Tales hauptsaechlich in der Landwirtschaft. Frueher wurden die Obstgärten mittels Wasserräder, die von Tieren angetriebene wurden,  bewässert. Heute  gibt es dafuer Dank der Technik moderne Anlagen. Einige dieser Wasserschaufelräder, kann man im Tal anschauen. Die Hoefe hatten alle ihre Brunnen und Zisternen, die aufwendig mit Marmorreliefs dekorierten waren. Diese waren fuer die Wasserversorgung im Hof und den Blumengärten zustaendig. Leider wurden viele der Praechtigen Hoefe, Patrizierhäusern und  Herrenhaeuser beim Tuerkisch-Griechischen Massaker von 1822 und dem Erdbeben 1881 zerstört.

Für Familien, Singles, Individualisten, Erholungssuchende, Naturliebhabern und Wanderfreunde ist der Kampos  ein idealer Urlaubsort. Es ist hier der eher gemuetliche Urlauber gesucht, der nicht das Remidemi einer grossen Stadt braucht. Gemütliche Sommerhäuser und kleine Ferienanlagen (Hotels und Appartements) fügen sich harmonisch in eine weitläufige tiefgrüne Ebene ein. Einige Urlaubsdomizile hat man in restaurierten Herrenhaeusern, sehr Stilvoll untergebracht – Aber diese Unterkuenfte haben dank der Athmosphere und dem dort gebotenen Luxus auch ihren Preis. Direkt am Meer gelegen, mit wunderschönen Stränden und im Hinterland die felsigen Gipfel des Pelineongebirges. Schon Erhard Kästner beschrieb dieses  bezaubernde Fleckchen Erde,  "das Göttergeschenk der Insel" in seinem Buch "Griechische Inseln".

Das Dorf Aghios Georgios Sikousis befindet sich ca. elf Kilometer von der Inselhauptstadt entfernt.  Der Ort  hat sich  400 m über dem Meeresspiegel auf einem Berg angesiedelt. Den Ausblick, den man von hier aus hat ist fantastisch. Sie können über Kampos, die Ägäis bis hin zur  Küste Kleinasiens blicken. Aus Überlieferungen weiß man, das  der Mönch Sofronios Sepsis 1518 das Kloster von St. Georg gründete. In den darauf folgenden Jahren siedelte sich eine kleine Ortschaft  um das heute verlassene Kloster an.  Die Kirche des Klosters, so wird vermutet, sei eine sinngetreue Nachbildung der Kirche Nea Moni. Wie dem auch sei, auch heute nach vielen Renovierungen, hat sie sich den Charme des Gotteshauses bewahrt und es lohnt sich dieses anzuschauen.

Sieben Kilometer von Chios-Stadt entfernt liegt das Dorf Vavili. Es befindet sich nahe des Dorfes Neohori an einem Berghang. Der Name der Ortschaft  „Vavili“, so sagt man  ist abgeleitet  vom genuesischen Nachnamen „Vavilas“.  Das Dorf hat nur 200 Einwohner, diese sind hauptsächlich in der Landwirtschaft tätig. Touristen gibt es hier so gut wie keine. Nur einige wenige kommen hier vorbei und stärken sich in den urigen Tavernen des Ortes. Die Anbaugebiete liegen im Westen des Dorfes. Dort befinden sich zahlreiche Brunnen.  Angebaut werden hier viele Sorten Obst und Gemüse, Oliven und ein wenig Mastix. Bekannt ist der Ort für seine Spezialität  die berühmten süßen und leicht zuzubereitenden Bohnen.  Die Ortschaft wird wie alle Orte nahe der Kambosebene von Kambochora. Im Ort gibt es eine schöne Bibliothek und ein byzantinisches Museum.  In den Aufstellungsraum sind  wertvolle Kirchengegenstände, Fotografien der Kirche der Panagia Krina und Gegenstände des kirchlichen alltags, lange vor unserer Zeit ausgestellt.

In der Gegend um das Dorf befinden sich noch einige mittelalterliche,  genuesischen Villen. Die es sich lohnt anzuschauen. Diese Gebäude sind von einem dichten Pinienwald umgeben. – Die Besatzer wussten schon wo es schön ist !!! Nahe der Villensiedlung befindet sich die  Kirche von Agios Ioannis (Heiliger Johannes). Ein Blick ins innere der Kirche lohnt sich.

Südöstlichen im Inselinneren von Chios liegt Halkios, der Nachbarort von Vavili. Ist eine der Ortschaften die von Kampochora verwaltet wird. Halkios liegt ca 8 km von der Chios-Stadt entfernt. Im Norden stößt das Dorf an den Berg Korakari, im Süden an die Dörfer Vavili und Neohori.  Den besten Panoramaausblick auf den Ort haben sie wenn sie in Agios Georgios auf den Berg steigen. Von hier aus haben sie einen sehr schönen  Ausblick auf die Dörfer Kampochora. Mit 906 Einwohnern ist Halkios das größte Dorf der Kambosdoerfer. Schon im Mittelalter nannte man Halkios das "Kefalochori", was soviel heißt wie das große, reiche Dorf. Damals wie heuet war die Landwirtschaft der wichtigste Bestandteil der Einnahmen.  In und um Halkios wachsen viele Nutzpflanzen, es gibt zahlreiche Gärtnereien, Plantagen mit  Zitronenbäumen, Olivenbäumen,  Mandelbäumen und Weite Felder und Gewächshäuser mit den berühmten Bohnen von Alkios. Früher baute man hier auch Tabak an. 

Das Rathaus an der Hauptstraße von Halkios, ist das Zentrum der Gemeinde von Kampochora.  Viele öffentlichen Einrichtungen wie Schulen, Kindergärten etc., die von allen Orten der Kambosebene genutzt werden, befinden sich in der Ortschaft.

Zwischen Vavilli und Halkios befindet sich das Dorf Vassileoniko,  sechs Kilometer südwestlich von der Stadt Chios in der Nähe von Kampos. Historiker haben herausgefunden, das dieser Ort schon seit der antike besiedelt ist. Derzeit hatte man dem Dorf auch seinen Namen gegeben. In Vassileoniko war der derzeitige Sitz eines Koenigs und eben genau das sagt der Name aus, denn er setzt sich zusammen aus den Worten Vassileon (griechisch für „des Königs“) und Oikos (griechisch für „Heimat“).  Bei dem schweren Erdbeben 1881 wurde fast das  gesamte Dorf zerstört. Aus Überlieferungen, weiß man jedoch, das die Siedlung nur aus drei Haeusern mit dem  Namen  „Valide Tsiflik“, was soviel heißt wie „Eigentum der Frau des Sultans“und der Festung von Doxara bestanden haben, in dessen  Zentrum sich eine kleine Kirche befand.  Diese Kirche, die den Heiligen Georgios, gewidmet ist wurde kaum beschädigt, und existiert heute noch. Nach dem Erdbeben wurde die Ortschaft neu aufgebaut aber diesmal, auf des Sultans Befehl,  wesentlich pompöser, als die alte Siedlung.  In der Nachfolgenden Zeit konnten die  umliegenden Ländereinen des Sultans von den Landwirte gemietet werden. Man sagt, das diese Steuer an die Frau des Sultans ging. Die Pächter waren dazu verpflichtet, die Aquädukte zu warten und instand zu halten.

Nahe Haslkio, auf dem Hügel von Anemonia, 2 Kilometer südlich von Chios-Stadt liegt Tholopotami. Das Dorf  überragt das Gebiet von Sklavia, das  zwischen Vavili und Tholopotami liegt. Die Ortschaft betete ihnen einen wunderschönen Ausblick auf die Kamposebene, das Meer bis hin zur kleinasiatischen Küste. Geschichtlich bedeutend ist der Ort nicht, dennoch hat er einige faszinierende mittelalterliche Ruinen vorzuweisen, denn genuesischen Besetzung der Insel lebten hier viele Mitglieder der Giustiniani-Familie.  Diese Villenruinen ziehen heute Historiker an, die den Architektonischen Baustil jener Zeit in der Kamposebene bestimmen wollen.  

Ein wunderschönes Dorf nur 7,5 km von Chios entfernt, ist Ververato. Der Ort ist ziemlich klein. Er ist bis weit über die Grenzen der Insel bekannt für seine wunderschöne Natur mit kleinen  Seen und idyllischen Wasserlandschaften.  Das 340-Seelendorf besteht nur aus einigen wenigen Häusern, die Einwohner leben, wie die meisten in diesem Gebiet hauptsächlich von der Landwirtschaft. Seinen Namen hat das geschichtsträchtige Dorf nach dem Namen des letzten spanischen Einwohner Ververis, dem eine der Festungen des Dorfes gehörte. Die Bewohner der Ortschaft waren beteiligt in verschiedenen Befreiungskämpfen. Einige der Festungsruinen des Ortes sind auch heute noch zu bewundern. Leider hat das Dorf im Laufe der Zeit einiges von seinem traditionellen Flair verloren, denn die Zeit ist nicht spurlos an den antiken Bauten vorübergegangen. Nur wenige der Gebäude sind heute noch in ihrem Originalzustand erhalten

Dafnonas, ein  schöne malerische Dorf nördlich von Halkios, liegt auf den Hängen des Berges "Kakia Skala" (schlechte Stufen). Es ist ca 10 km von Chios-Stadt  entfernt. Von diesem Dorf hat man einen Ausblick auf  Kampochora, das Meer und bis hin zur Küste Kleinasiens, der heutigen Türkei. Seinen Namen hat der Ort einst von den Lorbeersträuchern , auf griechisch "Dafnes" genannt, die in der Gegend wachsen, bekommen. Historiker fanden heraus, das die  ursprüngliche Siedlung Dafnonas in der Nähe des antiken  Petrana, bei Kanavoutsata lag. Der heutige Sitz des Ortes besteht erst seit dem  Anfang des 11. Jahrhunderts. Der Schutzheilige des Dorfes ist Agios Panteleimon, dem auch die Dorfkirche gewidmet ist.  Das Gotteshaus mit seinem steinernen Glockenturm stammt aus dem Jahre 1990.  Die alte Dorfkirche  St. Georg, wurde in neuerer  Zeit renoviert.  Etwas außerhalb des Dorfes befinden sich die eindrucksvollen  mittelalterlichen Ruinen der Orte Kanavoutsato, Stratigato und Vestarchato, die einst von den Genoweser bewohnt und restauriert wurden. An diese Zeit erinnern einige imposante  Bauwerke, so wie  das verfallenen Kastell im Dorfzentrum oder der Lavrina-Turm.

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