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Griechenland - Heil- und Gewürzkräuter

Schon im alten Griechenland nutzte man die üppig vorkommenden Kräuter sowohl in der Küche als auch in der Medizin. Kein Wunder, dass sich viele Kräuterbezeichnungen vom Griechischen ableiten. Bereits Hippokrates besaß ein reiches Wissen über die Kräuterkunde. Griechische Kräuter sind auch ein beliebtes Souvenir. Viele Touristenläden bieten diese in kleine Tüten abgepackt an, auf den Wochenmärkten sind sie jedoch wesentlich billiger als offene Kiloware zu bekommen. Allerdings benötigt man dann dort meist Griechischkenntnisse, um sich verständigen zu können.

Thymian

Thymian ist eine niedrige Strauchpflanze mit weißen oder blass rosafarbenen Blüten. Er liebt trockene und helle Standorte mit sandigen und nährstoffarmen Böden, sodass er in Griechenland optimale Bedingungen vorfindet. Neben kultivierten Sorten gibt es auch den Feldthymian oder Quendel.

Der Thymian enthält ätherische Öle, Gerbstoffe und Antioxidantien. Da er die Verdauung fetter Speisen unterstützt, wird in der griechischen Küche gerne genutzt. Ein leckeres Gyros ist ohne Thymian kaum denkbar. Durch ihn erhält es seinen typischen Geschmack. Besonders gut passt der Thymian außerdem zu Geflügel, Meeresfrüchten, Fisch, Wild und auch zu Gemüse.

In der Medizin wird er gerne als Tee bei Keuchhusten, Katarrhen der oberen Luftwege sowie bei Bronchitis eingesetzt. Ein Löffel Honig unterstützt dabei die lindernde Wirkung. Der Thymian stillt nicht nur den Hustenreiz, sondern wirkt als Mundwasser gegen Zahnfleischentzündungen und stellt als ätherisches Öl ein äußerst wirksames Desinfektionsmittel dar, selbst in hoher Verdünnung.

Oregano

Der Oregano wird auch als Echter Dost oder Wilder Majoran bezeichnet. Wie der Thymian wird auch er sowohl in Küche und Heilkunde eingesetzt. Sein Name leitet sich aus dem Griechischen ab und bedeutet "Schmuck der Berge" (griechisch oros = Berg bzw. ganos = Glanz, Schmuck). Der Oregano ist im Mittelmeerraum heimisch, kann aber auch überall sonst in warmen und gemäßigten Breiten angebaut werden. In Deutschland wächst er auch wild an Standorten mit kalkhaltigem, eher trockenem Untergrund.

Der Oregano wird bis zu 60 cm hoch. In der Blütezeit von Juni bis September erkennt man ihn an seinen meist hell purpurfarbenen Blüten, die manchmal aber auch weiß sein können. Er ist reich an ätherischen Ölen, Bitter- und Gerbstoffen. In der frischen Pflanze ist außerdem der Gehalt an Vitamin C außerordentlich hoch.

In die Küche hat der Oregano erst vor ungefähr 200 Jahren Einzug gehalten. Davor war er vor allem als Heilpflanze und Lieferant von rotem Farbstoff für Wolle im Einsatz. Die Griechen nutzen ihn mindestens seit dem 1. Jahrhundert n. Chr. als Heilmittel, und Hippokrates verwendete Oregano zur Geburtsbeschleunigung sowie bei Hämorrhoiden. Heutzutage besitzt der Oregano allerdings nur noch eine geringe medizinische Bedeutung. Bei Verdauungsbeschwerden sowie bei Erkrankungen der oberen Atemwege ist eine positive Wirkung belegt, allerdings gibt es hierfür wirkungsvollere Kollegen aus dem Pflanzenreich.

Basilikum

Auch der Name des Basilikums stammt nicht, wie man vielleicht vermuten könnte, aus dem Lateinischen, sondern aus dem Griechischen. Das griechische Wort "basilikos" bedeutet königlich, was aufgrund seines edlen, würzigen Dufts durchaus angemessen ist. Die größte kulinarische Verbreitung hat diese Pflanze aber in der italienischen Küche gefunden. Ursprünglich stammt das Basilikum aus Afrika, findet jedoch auch in Griechenland optimale Bedingungen vor.

Von den vielen Basilikumarten ist eine davon das Griechische Strauchbasilikum. Für die Aufzucht in Deutschland ist er allerdings weniger geeignet, da schon gewöhnlichere Sorten recht anspruchsvoll sind und das Griechische Strauchbasilikum besonders wärmeliebend ist. Bei idealen Standortbedingungen ist er ansonsten aber relativ robust gegen Temperaturschwankungen und überzeugt durch sein hervorragendes Aroma.

In der Heilkunde wird Basilikum gerne bei Darmentzündungen, Magenkrämpfen, Erkrankungen der Harnorgane, Erbrechen, Verstopfung und Blähungen eingesetzt. Als Tee zubereitet soll er auch gegen Migräne helfen. Da Basilikum aber den krebserregenden Stoff Estragol enthält, sollte man ihn nicht regelmäßig in größeren Mengen verzehren.

Als Souvenir eignet sich das Basilikum eher weniger. Wird er getrocknet, leidet das Aroma sehr. Besser ist es, die Pflanze eingetopft zu kaufen und zum Beispiel auf dem Fensterbrett in der Küche zu kultivieren.

Rosmarin

Da die griechische Küche viele Lammgerichte enthält und Rosmarin ausgezeichnet dazu passt, darf diese Pflanze hier natürlich nicht fehlen. Sie liebt das milde Mittelmeerklima und wächst in den Küstenregionen auch wild. Dabei kann sie bis zu zwei Meter hoch werden. Teilweise blüht Rosmarin bereits schon an milden Wintertagen mit meist blassblauen Blüten.

Rosmarin enthält verschiedene ätherische Öle, Bitterstoffe, Harz, Saponine und einen recht hohen Gerbstoffanteil. Außerdem enthält er reichlich Vitamin C. Dafür, dass er im alten Griechenland deshalb bereits als Heilpflanze eingesetzt wurde, gibt es allerdings keine Hinweise. Eine größere Rolle spielte er in der Religion, da er der Göttin Aphrodite geweiht war. Außerdem wurden Totenkränze aus Rosmarin gewunden.

Heutzutage wird Rosmarin als Tee gegen Blähungen sowie zur Anregung des Kreislaufs angewendet. Gerade bei älteren Menschen soll er das Herz auf milde Weise stärken. Außerdem fördert er die Verdauung und hilft bei Appetitlosigkeit. Äußerlich kann man Rosmarin zum Steigern der Durchblutung einsetzen. Dadurch ist er auch ein beliebter Zusatz in Badesalzen. Darüber hinaus besitzt er eine stark desinfizierende Wirkung.

Lorbeer

Der Lorbeer fällt durch seine ledrigen, auf der Oberseite stark glänzenden Blätter auf. Er ist eine immergrüne Strauchpflanze und besitzt kleine, grüngelbe Blütendolden, die später von blauschwarz glänzenden Beeren abgelöst werden. In Griechenland findet er ideale Wachstumsbedingungen und wächst dort baumförmig. Dabei kann er bis zu 10 Meter hoch werden.

Die Früchte des Lorbeers enthalten ätherische und fette Öle, die Blätter enthalten ebenfalls ätherische Öle. Dadurch erhält der Lorbeer ein starkes Aroma, das in der Küche gerne bei Fleisch, Fisch, Suppen und Eintöpfen verwendet wird. Auch in Marinaden wird Lorbeer gerne eingesetzt.

Das Lorbeeröl aus den Lorbeerfrüchten wird in der Heilkunde gerne zum Einreiben bei Verstauchungen, Prellungen und rheumatischen Beschwerden eingesetzt. Außerdem wurde es früher gerne gegen Krätzmilben und Läuse verwendet. Da hierbei aber eine allergische Kontaktdermatitis auftreten kann, sieht man heutzutage von dieser Einsatzmöglichkeit ab. In der Landwirtschaft wird es manchmal bei Eutererkrankungen benutzt. In größeren Mengen wirkt der Echte Lorbeer giftig und führt dann zu Bewusstseinsstörungen und Trance. Vielleicht hat er auch schon die Priesterinnen des Orakels von Delphi bei ihren Visionen beeinflusst.

Sein Name kommt vom lateinischen "laurus", die Herkunft ist jedoch unbekannt. Die altgriechische Bezeichnung "daphne" erinnert daran, dass sich in der griechischen Mythologie die Nymphe Daphne in einen Lorbeerstrauch verwandelte. Dadurch entging sie Apolls Nachstellungen. Dieser trug dann aufgrund seines Kummers einen Kranz aus Lorbeer.

Koriander

Der Name des Korianders leitet sich von den griechischen Wörtern "coris" für Wanze sowie "amon" für Anis ab. Dies kommt daher, dass den Blättern ein Wanzengeruch nachgesagt wird, während die Beeren nach Anis riechen. Als Gewürz werden sowohl Blätter als auch Früchte verwendet. Da sie jeweils unterschiedlich schmecken, können sie sich beim Einsatz in der Küche nicht gegenseitig ersetzen.

Der Koriander ist reich an ätherischen Ölen. Im Kraut und in der Wurzel sind außerdem auch fettes Öl, Proteine, Zucker, Stärke, Gerbstoffe, Antioxidantien und Vitamin C enthalten. In der Heilkunde wird er insbesondere aufgrund seiner verdauungsfördernden Wirkung gerne verwendet.

Die Blätter von älteren Pflanzen ergänzen sich gut mit käsehaltigen Salaten. Die gemahlenen Samen kommen insbesondere beim Backen von Brot oder Kleingebäck sowie beim Kochen von Hülsenfrüchten, Kürbis oder Kohl zum Einsatz. Hierzulande ist er auch Bestandteil des Lebkuchengewürzes. Als Gewürz passt Koriander gut zu Wurst und Fleisch sowie zu Soßen und Gemüse. Auch Marinaden und Kompott werden durch ihn ergänzt.

Salbei

Eine weitere sehr typische Gewürzpflanze der griechischen Küche ist der Salbei. Hier gibt es auch eine speziell griechische Art.

Der Salbei enthält ätherische Öle sowie Gerb- und Bitterstoffe. Durch seinen Gehalt an Thujon ist er bei Überdosierung durchaus giftig. Wer Salbei aber nicht täglich und nur in kleinen Mengen konsumiert, braucht sich darüber aber keine Gedanken zu machen. Auch beim Stillen und in der Schwangerschaft sollte man besser darauf verzichten. Beim Stillen kann er den Milchfluss zum Versiegen bringen.

Sein würziger Geschmack passt hervorragend zu Lamm, Wild, sonstigen Fleischgerichten, Geflügel, Fisch, Würsten und Kräuterkäse. Bei fetten Speisen erhöht er die Bekömmlichkeit. Auch getrocknet bietet er viel Aroma.

In der Heilkunde wird seine entzündungs- und bakterienhemmende sowie adstringierende Wirkung geschätzt. Deshalb wird er auch gerne in Mundwässern gegen Entzündungen im Mund- und Rachenraum eingesetzt. Salbeitee wird zum einen zum Gurgeln benutzt, zum anderen auch getrunken. Hierbei wirkt er schweißhemmend. Aus den erwähnten Gründen sollte man ihn aber nicht jeden Tag zu sich nehmen.

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