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Thessaloniki - die Hauptstadt Makedoniens

Thessaloniki wird von den Einheimischen auch kurz Saloniki genannt. Die Stadt liegt in Nordgriechenland auf dem Festland. Die Hauptstadt Makedoniens ist zugleich die zweitgrößte Stadt Griechenlands und neben der Landeshauptstadt Athen und Patras eine der drei echten Großstädte im Lande der Hellenen. Entsprechend groß ist auch die Bedeutung der Metropole, nicht nur für den gesamten Norden Griechenlands, sondern auch über die Grenzen hinaus als Drehscheibe des internationalen Flug- und Bahnverkehrs. Durch ihre Lage am Nordrand des Thermaischen Golfs ist Thessaloniki ebenfalls ein bedeutender Fährhafen mit regelmäßigen Verbindungen in die griechische Inselwelt. Weil in Griechenland das Eisenbahnnetz bei Weitem nicht so gut ausgebaut ist wie in Deutschland, existiert ein ausgedehntes Netz von Überlandbuslinien, die die einzelnen Städte miteinander verbinden. Thessaloniki ist ebenfalls ein bedeutender Knotenpunkt für diese Fernbuslinien. Während im eigentlichen Stadtgebiet etwas mehr als 320.000 Menschen leben, zählt der Ballungsraum Thessaloniki rund eine Million Einwohner.

 

Wie viele Städte in Griechenland kann Thessaloniki auf eine lange und wechselvolle Geschichte zurückblicken. Die Stadt wird bereits im Neuen Testament der Bibel erwähnt. Die Gründung liegt aber noch viel weiter zurück. Nachweislich kann Thessaloniki auf eine mehr als 2.300-jährige Geschichte zurückblicken, nicht gerechnet, dass die Gegend schon vor der Gründung der Stadt besiedelt war. Damit zählt sie zu den ältesten Städten Europas. Thessaloniki wurde 315 v. Chr. durch den makedonischen König Kassandros gegründet. Er gab der neuen Stadt den Namen seiner Frau, Thessaloniké, die eine Halbschwester des berühmten "Alexander von Makedonien" war. Vorher bestand dort die thrakische Siedlung Therme. Thessaloniki wurde durch die Zusammenlegung von mehreren kleinen Ortschaften gebildet. Schon in der Zeit der Römer, die von 146 v. Chr. das Land beherrschten, besaß Thessaloniki eine große wirtschaftliche Bedeutung. Die damalige Hauptstadt der Provinz Macedonia lag an der Via Egnatia, der Hauptstraße zwischen Rom und Byzanz (Konstantinopel).

 

Um 50 n. Chr. weilte der Apostel Paulus in der Stadt und gründete dort die zweite christliche Gemeinde auf europäischen Boden. Nach der Teilung des Römischen Reiches in einen Ost- und Westteil im Jahre 395 kam Thessaloniki unter die Herrschaft Ostroms (Byzanz). In den folgenden Jahrhunderten wurde Thessaloniki häufig von slawischen Stämmen angegriffen und belagert, konnte aber nicht erobert werden. Im 9. Jahrhundert erlebte die Stadt eine Blütezeit. Von Thessaloniki ging die Christianisierung der Slawen aus. Die berühmten Missionare Kyrillos und Methodios begannen ihr Wirken hier. Sie schufen die Grundlagen des kyrillischen Alphabets, das auf dem griechischen basiert und heute noch weltweit von Millionen Menschen benutzt wird. Kyrillische Buchstaben sind die Grundlage der russischen und bulgarischen Schriftsprache sowie anderer slawischer Sprachen. In der Zeit des Byzantinischen Reichs war Thessaloniki die zweitwichtigste Stadt nach Konstantinopel. Sie erlebte eine lange Blütezeit und zahlreiche Prachtbauten entstanden, die auch heute noch zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten der Stadt gehören. Viele der byzantinischen und frühchristlichen Kirchen Thessalonikis stehen heute auf der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes.

 

Die Osmanen eroberten Thessaloniki im Jahre 1430 und verleibten es ihrem Großreich ein. Das bedeutete aber keineswegs den Niedergang der Stadt; im Gegenteil, sie blühte und wuchs weiter. Im Laufe der Jahrhunderte wurde Thessaloniki das wichtigste Handelszentrum der Balkanhalbinsel. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Stadt an das Eisenbahnnetz angeschlossen und die erste Straßenbahn in Betrieb genommen. Während dieser Zeit verdreifachte sich die Einwohnerzahl binnen weniger Jahrzehnte. Thessalonikis Einfluss reichte weit über die Region Griechenland hinaus. Dort wurde zum Beispiel Mustafa Kemal Atatürk, der Begründer der modernen Türkei, 1881 geboren. Von Thessaloniki ging auch die Jungtürkenrevolution aus, die neben anderen Faktoren zum Zusammenbruch des Osmanischen Reiches führte.

 

Seit 1913 gehört Thessaloniki zum modernen griechischen Staat. Bis zum Zweiten Weltkrieg lebte dort eine starke jüdische Gemeinde, die mehr als 50.000 Mitglieder zählte. Die meisten davon wurden während der deutschen Besetzung der Stadt in Vernichtungslager deportiert und getötet. Thessaloniki erholte sich rasch von den Zerstörungen des Krieges und entwickelte sich zu der quirligen Metropole, wie man sie heute kennt. Das griechische Fernsehen strahlte 1966 seine erste Sendung von Studios in Thessaloniki aus. Die hervorragende Bedeutung der Stadt wurde dadurch gewürdigt, dass Thessaloniki 1997 zur Europäischen Kulturhauptstadt erklärt wurde. 2006 wurde mit dem Bau einer U-Bahn begonnen, die voraussichtlich 2013 fertiggestellt sein wird.

 

Die wirtschaftliche Bedeutung Thessalonikis reicht weit über den Norden Griechenlands hinaus. Die makedonische Hauptstadt ist ein Knotenpunkt, der Griechenland mit dem Rest der Welt und besonders Europa verbindet. Der internationale Flughafen wird von vielen Ferienfliegern angesteuert. Als Ersatz für Flugreisen bietet sich die Bahn an. Der Bahnhof Thessaloniki verbindet die Stadt mit dem europäischen Schienennetz sowie mit der Hauptstadt Athen. Immer wichtiger werden die Verbindungen nach Istanbul. Im Sommer verkehren auch Autoreisezüge. Der Fährhafen Thessaloniki ist Ausgangs- und Zielpunkt wichtiger Fährverbindungen zu den Inseln des Ägäischen Meeres, während der angrenzende Handelshafen ein bedeutender Umschlagpunkt nicht nur für Griechenland, sondern für die gesamte Balkanhalbinsel darstellt. Die Stadt ist die Heimat einer umfangreichen Lebensmittel- und Tabakindustrie. In der Nähe liegt eine moderne Ölraffinerie, die mit saudi-arabischer Beteiligung erbaut wurde. Abgesehen von diesen klassischen Industriezweigen beheimatet Thessaloniki einen großen Teil der griechischen Solarindustrie. Alljährlich im Herbst findet die bedeutendste Industrie- und Handelsmesse Griechenlands statt.

 

Kulturell hat die Stadt ihren Einwohnern und Gästen viel zu bieten. Seit 1960 findet das "Internationale Filmfestival Thessaloniki" statt. Es ist das bedeutendste Festival seiner Art in ganz Griechenland. Da die Stadt die Heimat mehrerer Universitäten ist, gibt es kulturell viel Abwechslung. Die Studenten kommen nicht nur aus Griechenland, sondern auch aus anderen Ländern. Besonders im Sommer finden zahllose Freiluftveranstaltungen statt. Am besten informiert man sich über die neuesten Ereignisse und Veranstaltungen aktuell vor Ort. Wie in vielen südlichen Städten spielt sich das Leben zum großen Teil auf der Straße ab. Daneben laden Tavernen, Ouzerien und Cafés ohne Zahl zur Einkehr ein. In Thessaloniki wurde 1957 der Café Frappé erfunden, der bis heute in ganz Griechenland sehr beliebt ist. Bekannt und beliebt ist auch das größte Treffen der im Ausland lebenden Griechen, das alle 2 Jahre in Thessaloniki stattfindet. Das bringt zusätzliches Leben in die sowieso schon bunte Stadt. Gäste, die es lieber etwas ruhiger mögen, haben die Qual der Wahl, sich zwischen den verschiedensten Museen zu entscheiden, die vom Museum der byzantinischen Kultur über das Atatürk-Museum bis zum Sportsmuseum reichen. Man kann sicher sein, für beinahe jedes Interessengebiet ein passendes Museum zu finden.

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