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Thrakien liegt im nördlichen Griechenland

Die Region erstreckt sich im äußersten Nordosten des Landes. Im Norden bildet die Provinzgrenze zugleich die Staatsgrenze zu Bulgarien. Im Osten stellt der Fluss Evros die natürliche Grenze zur Türkei dar, im Westen bildet der Nestos die Grenze zu Makedonien, während im Süden die Küste zur Ägäis verläuft. Zur Region gehört auch die stark gebirgige Insel Samothraki. Hauptstadt von Thrakien ist Alexandroupoli mit etwas mehr als 50.000 Einwohnern. Diese Region Griechenlands erleidet bis heute ein ähnlich unverdientes Schicksal wie die Region Epirus im Westen. Aus touristischer Sicht ist Thrakien ein weißer Fleck auf der Landkarte. Das ist sehr schade, denn Thrakien gehört zu den ältesten Kulturlandschaften Europas. Überall im Land finden sich gut geführte Museen in den größeren Gemeinden, die sich mit der örtlichen Geschichte befassen. Allenthalben kann der aufmerksame Besucher steinerne Zeugen einer langen Geschichte entdecken. Viele dieser Bauwerke und Ruinen sind wenig bekannt und kaum wissenschaftlich erfasst bzw. erforscht.

 

Die Wirtschaft von Thrakien wird im Wesentlichen durch die Landwirtschaft bestimmt. In den letzten Jahren gewinnt der Tourismus zunehmend an Bedeutung. Obwohl die Region zu den ärmeren Gebieten Griechenlands gehört, setzte vor Kurzem ein wirtschaftlicher Aufschwung ein, begründet durch den Ausbau der uralten Via Egnatia als Hauptverkehrsstraße nach Istanbul und der Öffnung der bulgarischen Grenze. In Thrakien lebt bis heute eine bedeutende muslimische Minderheit, die fast ein Drittel der Bevölkerung ausmacht. Ungefähr die Hälfte davon sind türkischer Abstammung. Die Muslime genießen besondere Rechte und Privilegien nach den Bestimmungen des Vertrags von Lausanne.

 

Touristisch gesehen ist Thrakien trotz seiner relativ geringen Größe durch eine außerordentliche Vielfalt geprägt. Im Norden erstreckt sich an der bulgarischen Grenze der Gebirgszug der Rhodopen. Die Berge dort sind unwegsam und dicht bewaldet. In den teilweise undurchdringlichen Wäldern leben bis heute selten gewordene Tierarten wie Braunbären und Wölfe. Bedingt durch die Höhenlage und das kontinentale Klima, fällt im Winter regelmäßig Schnee. In den Rhodopen liegen einige gute Wintersportgebiete, die bis jetzt aber außerhalb Griechenlands kaum bekannt sind. Sozusagen das Kontrastprogramm dazu bilden die wunderschönen thrakischen Strände an der Ägäis. Die Küste wird zum großen Teil aus breiten, feinsandigen Stränden gebildet, die flach abfallen und sich ideal zum Baden, auch für Familien mit Kindern, eignen. Sozusagen das "Salz in der Suppe" bilden die unzähligen antiken und mittelalterlichen Stätten und Relikte, die sich verstreut im ganzen Gebiet finden. Die berühmteste antike Stadt Thrakiens war einst Abdera, die Geburtsstadt der auch heute noch bekannten Philosophen Demokrit und Protagoras. Die Bewohner Abderas waren in der Antike für ihre lustigen Streiche und Torheiten bekannt, ähnlich wie in Deutschland die Schildbürger aus Schilda. Die Überreste des antiken Abdera sind bis heute erhalten und können besichtigt werden.

 

Urlaub in Thrakien empfiehlt sich vor allem für Touristen, die gerne individuell reisen. Große Hotelkomplexe wie in den Zentren des Massentourismus finden sich in Thrakien kaum. Trotzdem ist es kein Problem, eine Übernachtungsmöglichkeit zu finden, da man überall Unterkünfte in kleinen Hotels und Pensionen in Familienbesitz buchen kann oder vor Ort Privatzimmer mieten kann. Die Ortsansässigen sind sehr freundlich und Fremden gegenüber aufgeschlossen. Im Gegensatz zu den touristischen Zentren sind die Preise sehr günstig und der Service erstklassig. Naturliebhaber und Aktivurlauber werden sich in Thrakien sehr wohl fühlen und gerne wiederkommen.

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