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Meteora - griechisch: Μετέωρα

Die Meteora Klöster gehören zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten Griechenlands überhaupt. Der Name leitet sich vom griechischen Wort "meteorizo" ab, das "in die Höhe erheben" bedeutet. Diese eigentümliche Bezeichnung leitet sich daher ab, dass die Klöster sich auf den Gipfeln von bis zu 300 Meter hohen Felsen aus Konglomeratgestein befinden. Bei dunstigem oder nebligem Wetter scheinen die Klöster gleichsam in der Luft zu schweben. Meteora ist der Name für den gesamten Komplex von Klöstern. Die Anlage wurde von der UNESCO auf die Liste des Weltkulturerbes gesetzt. Dadurch wird zum Ausdruck gebracht, dass die Klosteranlage von Meteora ein kulturelles Erbe der gesamten Menschheit und nicht nur Griechenlands darstellt.

 

Die Klosteranlage Meteora befindet sich in der Region Thessalien unweit der Stadt Kalambaka, etwas östlich des Pindos-Gebirges. Insgesamt umfasst Meteora 24 Klöster, von denen aber heute 18 verlassen sind oder bereits in Ruinen liegen. Nur noch sechs Klöster werden von Mönchen bewohnt. Das war aber nicht immer so. Einst war Meteora ein Zentrum regen geistigen Lebens. Die Geschichte der Klosteranlage begann vor langer Zeit. Die ersten Bewohner in der Gegend des heutigen Meteora waren prähistorische Menschen, die in der Höhle Theopetra, ungefähr 5 Kilometer entfernt von den Felsensäulen, auf denen die heutigen Klöster stehen, lebten. Erste Besiedlungsspuren wurden durch Untersuchungen auf ein Alter von 50.000 Jahren datiert. Wann die eigentliche Geschichte von Meteora begann, ist nicht genau bekannt. Es wird angenommen, dass im 9. Jahrhundert n. Chr. erste Einsiedler und Mönche in das Gebiet der Felsentürme zogen. Sie errichteten zunächst noch keine Bauwerke, sondern hausten in Felsspalten und Klüften. Die Abgelegenheit und Unzugänglichkeit der Felsen von Meteora zog sie an, weil sie dort Ruhe und Zeit zur Meditation fanden. Nur sehr zielstrebige Besucher unterzogen sich der Mühen und Gefahren, um die frommen Brüder aufzusuchen. Die Mönche kamen sonntags und zu besonderen Gelegenheiten in einer kleinen Kapelle zusammen.

 

Dieses erste Kloster erhielt den Namen Doúpiani. Während des 11. und 12. Jahrhunderts bildete sich ein erstes Kloster heraus, dessen Zentrum die noch heute stehende Kirche Theotokos (Mutter Gottes) bildete. Die Entwicklung erhielt Impulse, als 1344 der Mönch Athanasios mit 15 Anhängern aus Athos floh und in Meteora Zuflucht suchte. In den Jahren 1365 bis 1372 erbauten sie das Kloster Metamórphoses und legten die Regeln für das Zusammenleben der Mönche fest. Nach seinem Tod wurde der Gründer als Athanasios Meteorites seliggesprochen. Die Klosteranlage zog immer mehr Mönche an, da sich bedingt durch die Schwächung des Byzantinischen Reiches die Überfälle der Türken und anderer Invasoren häuften. Auf den Felsen von Meteora jedoch waren die Mönche vom Zugriff aller Feinde sicher, da für Jahrhunderte der Zugang nur über Seile oder zusammengebundene Leitern erfolgen konnte. Deswegen entstanden seit dem 14. Jahrhundert 20 weitere Klöster auf Meteora. Von diesen Anlagen sind lediglich sechs heute noch ständig bewohnt. Davon sind vier Mönchsklöster und zwei Nonnenklöster. Alle Klöster haben jeweils weniger als zehn Einwohner.

 

Das Kloster Metamórphosis, das von Athanasios gegründet wurde, ist auch heute noch bewohnt. Das Kloster hat eine Fläche von etwa 6 Hektar. Um es zu besichtigen, braucht man aber nicht mehr Strickleitern oder eine Seilwinde zu benutzen, wie die Mönche in früheren Jahrhunderten. Heute führen eine steinerne Treppe und ein Tunnel in das Kloster. Alle heute noch bewohnten Klöster können auch besichtigt werden. Da jedes Kloster an einem anderen Wochentag geschlossen hat, stehen die übrigen immer zur Besichtigung offen. Dabei sollte man sich an die Kleiderordnung halten. Männern ist es verboten, Shorts zu tragen, während bei Frauen Miniröcke und schulterfreie Oberteile nicht erlaubt sind. Kleider und Röcke werden eher toleriert als Hosen. Frauen, die mit Hosen bekleidet sind, müssen sich vor der Besichtigung in einigen Klöstern eine Schürze vorbinden, die am Eingang erhältlich ist. Eine Besichtigung der heute unbewohnten Klöster und Einsiedeleien wird nicht empfohlen, da sie sehr unzugänglich und zudem einsturzgefährdet sind. Ein starker Windstoß oder ein falscher Tritt kann eine Wand zum Einsturz bringen, die den unvorsichtigen Besucher unter sich begräbt.

 

Die Felsen von Meteora selber dagegen zählen zu den beliebtesten Kletterzielen in Griechenland. Nicht nur Einheimische, auch internationale Touristen kommen gerne zum Klettern in die Region. Zwar kann die Umgebung im Sommer sehr heiß werden, trotzdem ist es die beste Jahreszeit, um Meteora zu besuchen, da dann am wenigsten Regen fällt. In der nahen Stadt Kalambaka kann man Unterkünfte in allen Kategorien finden.

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