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Die Region Thessalien

Die Region Thessalien liegt zum größten Teil auf dem griechischen Festland. Sie grenzt im Westen an Epirus, im Norden an Makedonien und im Süden an die Region Mittelgriechenland. Im Osten bildet die Küste des ägäischen Meerbusens die natürliche Grenze der Region.

Im Norden, Westen und Süden grenzen Berge die Region von anderen Gebieten ab, während das Innere um die Städte Larisa und Trikala von einer Ebene eingenommen wird, die wegen ihrer natürlichen Fruchtbarkeit den Beinamen "Brotkorb Griechenlands" trägt.

Einige Inseln der Sporaden gehören ebenfalls zur Region Thessalien. Das Gebiet umfasst eine Fläche von etwa 14.000 Quadratkilometern, auf denen 750.000 Menschen leben. Der Bevölkerungszahl zufolge steht Thessalien in Griechenland an dritter Stelle. Die Hauptstadt der Region ist Larisa, in dessen Ballungsraum mehr als 230.000 Einwohner leben. Die Ökonomie Thessaliens wird auch heute noch wesentlich von der Landwirtschaft geprägt. Dort befinden sich das Zentrum der griechischen Rinderzucht sowie bedeutende Anbaugebiete für Getreide.

 

Thessalien ist ein uraltes Siedlungsgebiet. Erste Siedlungsspuren wurden schon aus der Jungsteinzeit, etwa 2.500 v. Chr., nachgewiesen. In der frühen Zeit war Thessalien unter dem Namen Aeolien bekannt. Unter diesem Namen wird die Landschaft in Homers Odyssee erwähnt. In der griechischen Mythologie spielt Thessalien ebenfalls eine bedeutende Rolle. Auf der thessalischen Ebene soll zu Anbeginn der Zeit der Kampf zwischen den Titanen und den Olympiern getobt haben. Später starteten Jason und die Argonauten ihre legendäre Fahrt zum Goldenen Vlies von der thessalischen Halbinsel Magnesia. Während der Zeit des klassischen Altertums wurde Thessalien Sitz zahlreicher Adelsgeschlechter. Im Laufe der Geschichte sah das Land viele Herrscher kommen und gehen. Es teilte das Schicksal des übrigen Griechenlands und geriet erst unter makedonische Herrschaft, die von den Römern und Byzantinern abgelöst wurden. Bedingt durch seine geographische Lage litt Thessalien immer wieder unter Einfällen seiner slawischen Nachbarn im Norden. Die ottomanische Fremdherrschaft dauerte mehr als 450 Jahre an. Sie begann am Ende des 14. Jahrhunderts und endete erst 1881 mit dem Anschluss des Gebiets an den neuzeitlichen griechischen Staat.

 

Auf touristischem Gebiet hat Thessalien ebenfalls viele Anziehungspunkte zu bieten. In der Region befinden sich einige Sehenswürdigkeiten und Ziele, die nicht nur in Griechenland, sondern auf der ganzen Welt bekannt sind. Dazu gehört das Bergmassiv des Olymps. Der Olymp ist nicht nur Griechenlands höchster Berg, sondern galt einst als Sitz der antiken griechischen Götter. Der knapp 3.000 -Meter hohe Berg ist auch heute noch ein bei Einheimischen und Touristen beliebtes Ziel, weil er atemberaubende Naturschönheiten, zum Teil fast unberührte Wildnis, seltene Tiere und Pflanzen sowie ein dichtes Netz von Wander- und Kletterrouten bietet. Ein anderes bekanntes touristisches Ziel in Thessalien ist das berühmte Orakel von Delphi. Die Ausgrabungsstätte zählt zu den bekanntesten in Griechenland. Das Orakel war dem Gott Apollo geweiht. Dort verkündete die auf einem Dreifuß sitzende Pythia ihre dunklen, oft zweideutigen Prophezeiungen. In der Nähe befindet sich der berühmte Stein, der den alten Griechen als Mittelpunkt der Welt galt. Die Klöster von Meteora befinden sich ebenfalls in Thessalien.

 

Die Bauwerke sind Teil der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes und werden auch heute noch alljährlich von unzähligen Besuchern bewundert. Auch sonst gibt es in Thessalien zahlreiche historische Bauwerke und interessante Ausgrabungsstätten mit Namen, die teilweise noch aus dem Geschichtsunterricht vertraut sind. Thessalien hat aber weit mehr als historische Sehenswürdigkeiten und altehrwürdige Stätten zu bieten. Die Region verkörpert sozusagen die Essenz Griechenlands und hat für jeden Typ von Besucher Interessantes zu bieten. Das milde Klima und die schönen, ausgedehnten Sandstrände laden Urlauber zu einem klassischen Badeaufenthalt an den Gestaden des ägäischen Meeres ein. Dass geschichtlich interessierte Besucher auf ihre Kosten kommen, ist in dieser historisch bedeutsamen Region selbstverständlich. Aber auch Aktivurlauber werden sich in Thessalien wie im Paradies fühlen. Die Palette der angebotenen sportlichen Aktivitäten ist beinahe endlos und reicht vom Surfen und Segeln auf der Ägäis über Wandern, Radfahren und Reiten bis hin zu Bergsteigen und Klettern. Selbst Wintersport wird in den Gebirgen rund um die thessalische Ebene regelmäßig betrieben.

 

Thessalien hat aber mehr als nur Sport und schöne Natur zu bieten. Die Einheimischen der Region sind ein lebenslustiges, temperamentvolles Volk. Sie genießen das Leben und verstehen es, Feste zu feiern. Selbst in kleinen Dörfern findet man eine oder mehrere Tavernen, die abends gut gefüllt sind. Überall finden regionale Feste statt, zu denen Touristen herzlich willkommen sind. Thessalien ist so, wie man sich Griechenland vorstellt. Neben touristischen Zentren findet man auch genügend schöne Fleckchen, wo man sich in Ruhe und Einsamkeit entspannen kann.

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