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Griechenland - Wirtschaft

Einleitung

Griechenland ist ein marktwirtschaftlich orientierter Staat in Südosteuropa. Das Land ist seit 1981 Mitglied der Europäischen Gemeinschaft. Seit 2001 gehört Griechenland innerhalb der EU der Eurozone an. Allerdings wurde erst später bekannt, dass die dem Beitritt zugrunde liegenden Daten nicht korrekt waren, besonders die Angaben über die Staatsverschuldung wurden nach unten korrigiert. Wären die korrekten Daten damals schon bekannt gewesen, wäre ein Beitritt zur Eurozone wahrscheinlich nicht möglich gewesen. Das Bruttoinlandsprodukt Griechenlands lag im Jahre 2009 bei 20.700 € pro Einwohner. Insgesamt hat die griechische Wirtschaft von der Aufnahme in die Europäische Gemeinschaft und dem Beitritt in die Eurozone gut profitiert. Die Wirtschaft wuchs bis zum Krisenjahr 2008 durchschnittlich um 3 – 4 Prozent jährlich.

Bedeutung der Landwirtschaft

Heute ist die Landwirtschaft zwar immer noch bedeutend, trägt aber insgesamt nur noch etwas über 6 Prozent zum Bruttosozialprodukt bei. Trotzdem spielt die Landwirtschaft insgesamt nach wie vor eine wichtige Rolle, da ihr Anteil an den griechischen Exporten bei über 22 Prozent liegt. Das rührt daher, dass sich die Landwirtschaft hauptsächlich auf den Anbau exportorientierter Produkte konzentriert. An erster Stelle sind hier Oliven und Wein zu nennen. Auch Tabak wird in größerem Umfang für den Export angebaut. Da Griechenland ein Land der Halbinseln und Inseln ist, besitzt die Fischerei seit jeher eine große Bedeutung.

Die griechische Industrie

Die Industrie trägt heute etwas über 22 Prozent zur griechischen Gesamtwirtschaft bei. Die große Masse der griechischen Unternehmen sind kleine und mittlere Firmen. Dabei liegt der Schwerpunkt der industriellen Tätigkeit auf der Nahrungsmittelindustrie, Textil- und Bauindustrie sowie der chemischen und petrochemischen Industrie nebst der Fertigung von Metallprodukten und in jüngster Zeit der Hightech- Industrie. Der Anteil der Industrieprodukte an den griechischen Exporten beträgt etwa 59 Prozent.

Der Dienstleistungssektor

Der wichtigste Zweig der griechischen Wirtschaft ist der Dienstleistungssektor. In diesem, dem sogenannten tertiären Sektor der Wirtschaft, wird heute mehr als 70 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung erbracht. Traditionell führend in diesem Bereich sind die Schifffahrtsunternehmen und Reedereien, da die Schifffahrt in Griechenland seit den Zeiten der Antike auf Grund der geografischen Lage des Landes eine sehr wichtige Bedeutung besaß. Weltweit fahren heute mehr als 3.500 Schiffe ab einer Tonnage von mehr als 1.000 Nettoregistertonnen unter griechischer Flagge. Das entspricht mehr als 18 Prozent der Welttonnage. Für so ein kleines Land ist das erstaunlich, zumal man bedenken muss, dass bei diesen Angaben die vielen Schiffe griechischer Reedereien, die unter Billigflaggen fahren, nicht mitgerechnet sind. Ein weiterer bedeutender Wirtschaftszweig des Landes ist der Tourismus. Er trägt mit etwa 10 Prozent zur gesamten Wirtschaftsleistung des Landes bei, obwohl seine Bedeutung in letzter Zeit, gerade wegen der internationalen Finanzkrise, etwas zurückging. Dafür gewann der Finanzsektor in jüngster Zeit mehr und mehr an Bedeutung. Begünstigt wurde diese Entwicklung durch eine Reform und Liberalisierung der Finanzwirtschaft. Als Folge davon ist Griechenland heute der größte Investor im südöstlichen Europa.

Griechenland und die Finanzkrise

Die internationale Finanz- und Wirtschaftskrise traf Griechenland besonders hart, weil in der griechischen Wirtschaft und besonders in staatlichen Unternehmen und Institutionen traditionell nicht so effektiv gearbeitet wird. Korruption, Vetternwirtschaft und Steuerhinterziehung sind weit verbreitet und kosten dem Staat Milliarden an verlorenen Einnahmen. Wegen dieser und äußerer Faktoren wuchs das Staatsdefizit ständig an und erreichte 2009 – 15,4 Prozent. Damit war Griechenland das am stärksten verschuldete Land der EU. Nur durch einen Nothilfeplan und rigorose Sparmaßnahmen konnte ein Zusammenbruch der Ökonomie abgewendet werden. Diese Maßnahmen erfreuen sich allerdings bei der Bevölkerung keiner großen Beliebtheit, weil sie für den Einzelnen oft große Einschränkungen und Härte bedeuten. Wie erfolgreich die Maßnahmen sind, wird die Zukunft zeigen. Auf die lange Sicht wird sich Griechenland sicherlich wieder erholen, meisterte das Land doch in seiner langen Geschichte schon viele, eventuell noch größere Herausforderungen.

Artikel geschrieben 2011

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