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Thiva - griechisch: Θήβα

Theben ist zumindest dem Namen nach eine sehr bekannte Stadt. Es gibt oder gab mehrere Städte, die den Namen Theben trugen, drei davon in Griechenland und zwei in Ägypten. Die Stadt Theben, die hier gemeint ist, heißt heute Thiva. Sie liegt in der Region Mittelgriechenland im Regionalbezirk Böotien. Das moderne Thiva hat gerade einmal 23.000 Einwohner. Es liegt etwa 85 Kilometer von Athen entfernt. Die Stadt liegt an der Bahnstrecke Athen-Thessaloniki und verfügt über einen Bahnhof. Das moderne Thiva leidet an dem Problem, dass es zwar eine große und ruhmreiche Vergangenheit besitzt, sich aber die weltberühmten Stätten Athen und Delfi zu nahe befinden und die meisten Touristen eher zu den bekannteren Sehenswürdigkeiten pilgern. Dabei lohnt sich ein Besuch des "siebentorigen Theben", wie die Stadt von Homer genannt wurde, auf jeden Fall.

 

In mykenischer Zeit, etwa 1500 Jahre v. Chr. und den folgenden Jahrhunderten, war Theben die größte und bedeutendste Stadt in Böotien und wurde bereits auf einer Liste von Ortsnamen des ägyptischen Pharaos Amenophis III. genannt. Auch in Keilschrifttexten der Hethiter wird Theben erwähnt. Um 1200 v. Chr. wurde Theben zerstört, erholte sich aber wieder. Im Laufe der Geschichte spielte es auch weiterhin eine bedeutende Rolle und trat mehrfach als Verbündeter Athens oder dessen Gegner auf. Im persischen Krieg ergriff die Stadt die Partei der Perser und musste bei deren Niederlage bitter büßen. Nachdem Griechenland römische Provinz wurde, verlor Theben an Bedeutung und die Einwohner verließen die Stadt nach und nach. Im Mittelalter erholte sich Theben wieder, um während der türkischen Herrschaft erneut in Bedeutungslosigkeit zu versinken. In der Mythologie spielte Theben eine herausragende Rolle. Es soll der Legende zufolge vom phönizischen König Kadmos gegründet worden sein. Der antike Held Herakles soll dort geboren worden sein, ebenso die berühmten Sagengestalten Ödipus, Niobe und Antigone, um nur einige zu nennen.

 

Für Touristen besonders interessant ist das Archäologische Museum Theben. In dessen vier Ausstellungsräumen kann man Exponate bewundern, die von der Steinzeit bis in die byzantinische Epoche reichen. Andere Sehenswürdigkeiten sind die Ruinen des Tempels des Apollo Isminios, eine unterirdische frühchristliche Kirche (Agia Katherina), die Kirche Agia Fotini aus der byzantinischen Epoche, die Kirche des Evangelisten Lukas auf dem 1. Friedhof, wo sich auch die Reliquie aus dem 13. Jahrhundert mit dem Leichnam des Evangelisten befindet, Gräber aus mykenischer Zeit und die Quelle der Heiligen Theodoren, die in der Antike als Quelle des Ödipus bekannt wurde, sowie die Quelle der Dirke bei der Kreuzfahrer-Zisterne. In der weiteren Umgebung der Stadt liegen mehrere Orte, die historisch gesehen von großem Interesse sind. Dazu gehören zum Beispiel die uralten Städte Platää und Leuktra, aber auch die Überreste des antiken Aulis. Auch das Kloster Moni Ierusalemm Davlias ist wunderschön gelegen und lädt Touristen zu einem Besuch ein.

 

Bei all der Geschichte sollte man aber nicht vergessen, dass wie in vielen griechischen Städten das Meer nicht weit ist. Nach einer anstrengenden Tour durch staubige Ruinen tut es gut, sich im Wasser abzukühlen. Feine Sandstrände, aber auch mit Kieselsteinen bedeckte, laden zum Baden und Entspannen ein. Es ist typisch griechische Art, lebendigen Geschichtsunterricht mit einem Badeurlaub zu kombinieren.

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