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Amfissa - griechisch: Άμφισσα

Amfissa ist eine Kleinstadt in Zentralgriechenland in der Region Fokis. Sie liegt am Nordrand der Ebene von Krissa, nicht weit vom Golf von Korinth entfernt. Bis nach Athen sind es ungefähr 200 Kilometer. Amfissa ist von Bergen umgeben und hat ungefähr 10.000 Einwohner. In der Nähe der Stadt liegt der mehr als 2.500 Meter hohe Berg Giona, der fünfthöchste des Landes. Seit der Verwaltungsreform 2011 gehört Amfissa zur Gemeinde Delfi und ist deren Verwaltungssitz. Die Stadt ist besonders bekannt durch ihre malerische Lage inmitten üppig bewachsener Berge. Amfissa ist berühmt für die zahlreichen Olivenhaine in der Umgebung und das gute Olivenöl, das dort produziert wird.

 

Der Ort war bereits in der griechischen Frühzeit besiedelt. Zu Zeiten des Trojanischen Krieges existierte dort eine von Ätoliern bewohnte Siedlung. Der Legende zufolge soll der trojanische Held Andraimonos ein Sohn der Stadt sein. Erste Handelsbeziehungen mit Korinth existierten nachweislich bereits seit dem 8. Jahrhundert v. Chr. Trotz wiederholter Zerstörung und Belagerung blühte Amfissa während der Antike immer wieder auf. Während der Zeit der byzantinischen Herrschaft wurde der Name der Stadt zu Salona geändert. Nach dem Ende der byzantinischen Herrschaft wurde Salona für etwa 100 Jahre von den Kreuzrittern beherrscht. In dieser Zeit wurde die Burg errichtet, die auch heute noch ein Wahrzeichen der Stadt bildet. Gegen Ende des 14. Jahrhunderts begann die osmanische Herrschaft, die mehr als 400 Jahre währte. Im griechischen Unabhängigkeitskrieg 1821 war Salona die erste Stadt im damaligen Rumelien, die sich gegen die türkischen Okkupanten erhob. Den Widerstandskämpfern gelang es, die Burg mit ihren 600 Mann Besatzung zu erobern. Noch heute wird dieses Ereignis als Volksfest gefeiert. Seit dem Jahre 1833 wird Salona wieder mit dem ursprünglichen Namen Amfissa bezeichnet.

 

Amfissa ist ein touristisches Zentrum, das ganzjährig gut besucht wird. Schon für viele Jahrhunderte ist die Burg von Amfissa (Salona) das Wahrzeichen der Stadt. Das Kastell thront in den Bergen hoch über Amfissa und nimmt die Stelle der antiken Akropolis ein. Auch heute noch wird das gut erhaltene Kastell gerne von Touristen besucht. Eine andere touristische Attraktion ist die sogenannte "Wolfshöhle". Dabei handelt es sich um ein mehr als 3.000 Jahre altes Grab aus mykenischer Zeit im Osten der Stadt. Kunsthistorisch interessierte Besucher dürfen auf keinen Fall versäumen, die byzantinische Erlöserkirche zu besuchen. Sie wurde im 11. Jahrhundert erbaut und ist mit vielen kostbaren Fresken geschmückt. Unmittelbar daneben befindet sich eine frühchristliche Taufbasilika aus dem 3./4. Jahrhundert. Etwas oberhalb der Stadt liegt auf einem Ausläufer des bekannten Parnass-Gebirges die Kirche des Heiligen Georg, die ebenfalls ein lohnendes Besichtigungsziel darstellt. Besuchenswert sind gleichfalls das archäologische Museum und das Volkskundemuseum von Amfissa.

 

Amfissa besitzt nicht nur eine Vielzahl von Sehenswürdigkeiten, sondern auch eine interessante und lebendige Kultur. Die Menschen dort verstehen es, zu leben und Feste zu feiern. Der Karneval von Amfissa ist zum Beispiel in ganz Griechenland berühmt. Auch das Fest der Befreiung Amfissas vom osmanischen Joch im April 1821 wird seitdem jedes Jahr bis heute groß gefeiert. Höchstes Fest des Jahres ist aber das Osterfest. Am Ostersonntag wird traditionell Lammbraten am Spieß und Innereien wie beispielsweise Leber zubereitet. Vorübergehenden werden Kostproben zusammen mit einem Glas guten örtlichen Landwein angeboten.

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