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Delfi, Delphi oder Delphoi - griechisch: Dimos Delfon Δήμος Δελφών

Delfi ist heute eine Kleinstadt in Zentralgriechenland in der Region Mittelgriechenland. Die Stadt liegt an den Hängen des Parnass-Gebirges. Ungefähr 15 Kilometer entfernt liegt die Hafenstadt Kirrha am Golf von Korinth. Das moderne Delfi befindet sich an der Hauptstraße zwischen Amfissa und Arachova in ungefähr 700 Metern Höhe. Die Siedlung entstand 1892. Damals wurden die Bewohner des Dorfes Kastri umgesiedelt, als die Ausgrabungen an der Stätte des antiken Delfi begannen. Sie dauern übrigens bis heute noch an. Das moderne Delfi entstand etwa einen Kilometer von den Ausgrabungen entfernt. Der Ort lebt heute vom Tourismus. Obwohl die Stadt nur klein ist, existieren dort mehr als 30 Hotels und eine Vielzahl von Tavernen.

 

Nach der Akropolis von Athen gehört das antike Delfi zu den wichtigsten Stätten des Altertums in Griechenland. Bei den alten Griechen galt Delfi als Mittelpunkt der Welt. Die Legende erzählt, dass der Göttervater Zeus einst zwei Adler von den beiden Enden der Welt im Osten und Westen losfliegen lies. An der Stelle, wo sie sich trafen, ließen sie einen Stein fallen. Der "Omphalos" bezeichnete den Mittelpunkt der Welt. Er kann auch heute noch besichtigt werden. An der Stelle, an der er ursprünglich niederfiel, entwickelte sich in späteren Jahren die berühmte Orakelstätte von Delfi. Die Legende berichtet, dass dort zunächst der sagenhafte Python, eine Schlange mit der Gabe der Weissagung, lebte. Sie wurde in einem Zweikampf vom Gott Apollo getötet und an der Stelle ihres früheren Aufenthalts entstand der Tempel des Apollo mit der Orakelstätte.

 

Der Name Delfi leitet sich vom griechischen Wort für Gebärmutter ab. Das bezeugt, dass dort ursprünglich die Erdgöttin Gaia verehrt wurde. Ab dem 8. Jahrhundert v. Chr. wurde dort aber Apollo verehrt und die Orakelstätte entwickelte sich, die zum berühmtesten Orakel des Altertums wurde. Das Orakel von Delphi war das wichtigste Orakel des Altertums und besaß einen Einfluss, der weit über Griechenland hinaus reichte. Die Priesterin, die die Orakelsprüche verkündete, war die einzige Frau, die Zugang zum Allerheiligsten des Apollotempels hatte. Der Überlieferung nach saß sie auf einem Dreifuß über einer Erdspalte, aus der betäubende Dämpfe aufstiegen. Dadurch wurde sie in eine Art Trance versetzt, wenn sie die Orakelsprüche verkündete. Die Sprüche waren übrigens in der gesamten antiken Welt für ihre Mehrdeutigkeit bekannt. So berichtete der Geschichtsschreiber Herodot, dass der lydische König Krösus einst das Orakel befragte, ob er gegen den mächtigen Perserkönig Kyros II. in den Krieg ziehen solle. Das Orakel soll ihm geantwortet haben: "Wenn du in den Krieg ziehst, wirst du ein großes Reich zerstören." Darauf begann Krösus den Feldzug, den er aber verlor. Das große Reich, das zerstört wurde, war sein eigenes.

 

Delfi war aber nicht nur eine berühmte Orakelstätte, sondern auch der Austragungsort der Pythischen Spiele, der zweitwichtigsten sportlichen Spiele in Griechenland nach den Olympischen Spielen. Ursprünglich fanden sie alle acht, später alle vier Jahre statt, jeweils im Wechsel mit den Olympischen Spielen. Während es anfangs nur ein Gesangswettbewerb war, kamen im Laufe der Zeit weitere künstlerische und sportliche Wettkämpfe hinzu. Die künstlerischen Wettkämpfe wurden im Theater, die Sportwettkämpfe im Stadion ausgetragen. Pferde- und Wagenrennen fanden in der nahen Ebene von Krissa statt. Bis zum Ende des 4. Jahrhunderts n. Chr. blieb Delfi eine vielbesuchte Pilgerstätte, danach geriet Delfi langsam in Vergessenheit und das Dorf Kastri wurde über der Stätte erbaut.

 

Heute gehört die Ausgrabungsstätte des antiken Delfi zum UNESCO-Weltkulturerbe und ist ein ähnlich bedeutender Anziehungspunkt für Touristen wie die Akropolis von Athen. Es erstreckt sich über eine große Fläche und zieht sich über mehr als 300 Meter Höhenunterschied an einem Hang entlang. Wichtige Funde, wie zum Beispiel der berühmte Omphalos und die Statue eines Wagenlenkers, sind im nahegelegenen archäologischen Museum ausgestellt. An der Ausgrabungsstätte kann man die "Heilige Straße" besichtigen, den Weg, der zum Tempel des Apollo führte. An der Straße errichteten die griechischen Staaten Schatzhäuser, die zur Aufbewahrung von Weihegaben dienten. Das Schatzhaus von Athen wurde rekonstruiert und kann besichtigt werden. Das Hauptheiligtum, der Tempel des Apollo, ist nur als Ruine erhalten. Lediglich sechs der insgesamt 38 Säulen wurden wieder aufgerichtet. Gut erhalten ist das Theater am Hang oberhalb des Apollotempels. Es bot einst Platz für bis zu 5.000 Zuschauer und war der Austragungsort des künstlerischen Teils der Pythischen Spiele. Noch weiter oben am Hang lag das Stadion, in dem viele der sportlichen Wettkämpfe stattfanden. Andere, kleinere Heiligtümer und Sehenswürdigkeiten auf dem Ausgrabungsgelände sind ein teilweise rekonstruierter Rundtempel, welcher der Göttin Athene geweiht war, sowie die sogenannte Kastalische Quelle. Die Legende berichtet, dass das Trinken vom Wasser der Quelle dem Durstigen die Gabe der Dichtkunst verleiht.

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