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Karpenisi - griechisch: Καρπενήσι

Karpenisi ist eine Bergstadt im Westen der Region Mittelgriechenland. Sie liegt im Regionalbezirk Evrytania und hat heute etwas mehr als 12.000 Einwohner, von denen knapp 7.000 im eigentlichen Stadtgebiet leben. Die Stadt erstreckt sich mitten im Agrafa-Gebirge, das sehr zerklüftet und teilweise unzugänglich ist. Der Bergzug des Tymfristos, dessen höchster Gipfel mehr als 2.300 Meter hoch ist, teilt das Gebiet der Gemeinde in zwei Teile. Die nächsten größeren Städte sind Trikala, 80 Kilometer entfernt im Nordosten, und Lamia, 78 Kilometer entfernt im Osten. Die Nationalstraße 38 (Europastraße 953) verbindet Karpenisi mit Lamia. Der Fluss Tavropos bildet im Westen die natürliche Grenze des Gemeindebezirks. Unweit von Karpenisi wird er zum Kremasta-See aufgestaut, der mit fast 100 Quadratkilometer Oberfläche und 50 Meter Wassertiefe den größten Stausee Griechenlands bildet. Die Stadt liegt durchschnittlich in 1.000 Metern Höhe. Der Name Karpenisi leitet sich höchstwahrscheinlich vom Wort "carpenis" ab, das auf Deutsch "Ahorngegend" bedeutet. Im Mittelalter war die Gegend dicht mit Wäldern aus Bergahorn bedeckt. Heute dagegen herrschen Platanen, Kastanien und Tannen vor.

 

Aus der Zeit der Antike wurden zwar Überreste gefunden, Spuren einer ständigen Besiedlung konnten aber bis jetzt noch nicht nachgewiesen werden. Der Name Karpenisi taucht zum ersten Mal im 12. Jahrhundert auf. Damals lebten in der Siedlung hauptsächlich Walachen, Romanisch-sprachige Stämme aus Südosteuropa. Während der türkischen Herrschaft wurde der Ort zum Wirtschafts- und Handelszentrum der gesamten umliegenden Region. Neben den Walachen siedelten sich mehr und mehr Griechen an. Bereits zu Beginn des griechischen Unabhängigkeitskrieges gelang es den griechischen Rebellen, die osmanische Garnison zu überwältigen und Karpenisi zu befreien. Nachdem es kurzzeitig umbenannt wurde, kehrte man ab 1840 zum ursprünglichen Namen zurück. Im Zweiten Weltkrieg wurde Karpenisi 1944 durch eine Strafexpedition der Wehrmacht zerstört, nach Kriegsende aber wieder aufgebaut. Im Vergleich zu anderen Regionen Griechenlands war das Gebiet um Karpenisi nur schwach entwickelt. Das lag vor allem daran, dass die Anbindung an das griechische Straßennetz erst spät erfolgte. Die Hauptverbindungsstraße wurde erst in der zweiten Hälfte der sechziger Jahre asphaltiert.

 

Heute ist Karpenisi ein bedeutendes touristisches Zentrum. Die gesunde, trockene Bergluft macht den Ort zu einem idealen Zufluchtsort im heißen griechischen Sommer. Im Winter dagegen ist Karpenisi der ideale Ausgangsort für Skitouren in die Umgebung. Überhaupt werden in Karpenisi Outdoor-Aktivitäten und Aktivurlaub groß geschrieben. In der warmen Jahreszeit bietet sich das wilde und zerklüftete Agrafa-Gebirge zu Wandertouren und Kletterpartien geradezu an. Das Gebiet ist dicht bewaldet und Naturliebhaber können dort seltene Tier- und Pflanzenarten antreffen, die anderswo schon längst verschwunden sind. Im Winter dagegen herrschen ausgezeichnete Bedingungen zum Skifahren. Die Umgebung von Karpenisi lockt mit zahlreichen schönen Ausflugszielen, so vielen, dass man sie bei einem kurzen Aufenthalt gar nicht alle besuchen kann. Dazu gehören beispielsweise die Kirche Agia Triada Gorgianades in unmittelbarer Nachbarschaft sowie der Ort Korishades, etwa fünf Kilometer entfernt. Dort kann man zahlreiche denkmalsgeschützte Herrenhäuser bestaunen. Der Ort Mikro Horio bietet durch seine Lage inmitten dichter Tannenwälder und gesäumt von Obstgärten einen wunderschönen Anblick, von dem man sich kaum losreißen kann. Unweit davon liegt Megalo Horio mit einer ähnlich schönen Aussicht. Ein Spaziergang in dieser bezaubernden Berglandschaft gräbt sich tief in das Gedächtnis ein. In der gesamten Umgebung liegen zahlreiche Klöster, Kirchen und Kapellen versteckt, die oft kostbare Kunstwerke aus byzantinischer Zeit wie Ikonen oder Altäre aufzuweisen haben. Kunstliebhaber werden sich daher in Karpenisi wie im Paradies fühlen.

 

Nicht unerwähnt bleiben sollen hier die handwerklichen und kulinarischen Spezialitäten, für die Karpenisi weithin berühmt ist. Dazu gehören die Bronzewerkstätten, die sich auf die Herstellung von Tierglocken spezialisiert haben. In der gesamten Umgebung von Karpenisi hört man das melodische Geläut sozusagen als einen Willkommensgruß für den müden Wanderer. Karpenisi ist gleichfalls berühmt für seine kunstvollen Holzschnitzereien und seine handgewebten Stoffe, die immer noch auf traditionelle Weise wie in alter Zeit hergestellt werden. Auf kulinarischem Gebiet ist Kapenisi für seinen Feta-Käse berühmt, der in Ölpapier gebacken wird. Auch die Landwürste sind weithin für ihren guten Geschmack bekannt. Man sollte auf keinen Fall vergessen, vom örtlichen Ziegenkäse und der Ziegenbutter zu kosten. Die Maronen und Walnüsse der Umgebung sind gleichfalls von überdurchschnittlicher Qualität. Bei so vielen kulinarischen Köstlichkeiten im Angebot wird es sehr schwer fallen, im Urlaub nicht zuzunehmen. Um dem entgegenzuwirken, sollte man die zauberhafte Umgebung würdigen und sie eifrig bei Wanderungen und ausgedehnten Touren erkunden. Von einem Urlaub in Karpenisi wird man viele unvergessliche Erlebnisse und Eindrücke mit nach Hause nehmen.

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