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Livadia - griechisch: Λιβάδεια

Die Stadt Livadia liegt in der Region Mittelgriechenland. Sie ist die Hauptstadt der Präfektur Böotia. In der Stadt selbst leben ungefähr 21.000 Einwohner, während der gesamte Gemeindebezirk annähernd 36.000 Einwohner umfasst. Nach der Gemeindereform 2010 wurde die Fläche des Gemeindegebiets erheblich vergrößert und reicht heute von der eigentlichen Stadt Livadia im Norden bis an den Golf von Korinth im Süden. Durch Livadia fließt das Flüsschen Erkina, das im Mittelalter von vielen Wassermühlen gesäumt wurde. Die Hauptstadt Athen liegt etwa 130 Kilometer entfernt. Livadia liegt halbkreisförmig eingebettet zwischen zwei Hügeln, von denen einer mit einer Burg aus dem Mittelalter gekrönt it.

 

Die genauen Anfänge der Stadtgründung sind heute nicht mehr bekannt. Die Stadt bestand auf jeden Fall schon während der Antike. Die Umgebung war für ihre Fruchtbarkeit und ihren Wasserreichtum bekannt. Auch heute noch wird in Livadia viel Baumwolle und Tabak angebaut. Besonders bekannt war Livadia im Altertum aber durch das Orakel von Trofonios. Trofonios war ein Halbgott und Schutzpatron der Stadt. Das Orakel befand sich in einer tiefen Höhle. Um einen Orakelspruch zu erlangen, mussten sich die Fragesteller strengen Prüfungen unterziehen. Im Laufe ihrer Geschichte wurde die Stadt mehrmals zerstört und wieder aufgebaut. Die kleine Burg, die heute noch über Livadia thront, stammt aus dem 14. Jahrhundert. Mitte des 15. Jahrhunderts begann die Zeit der türkischen Herrschaft, die erst mit dem griechischen Unabhängigkeitskrieg endete. Aber selbst dann wurde Livadia mehrmals befreit und wieder besetzt, ehe es 1829 entgültig ein Bestandteil des neuzeitlichen griechischen Königreichs wurde.

 

Livadia hat seinen Besuchern viele Sehenswürdigkeiten zu bieten. Dazu gehört beispielsweise das gut erhaltene Kastell auf dem Hügel des Propheten Elias oberhalb der Stadt. Dicht daneben befinden sich die Überreste eines Tempels, der einst dem Göttervater Zeus geweiht war. Der Tempel stammt wahrscheinlich aus dem 3. Jahrhundert v. Chr. und wurde niemals vollendet. Von den vielen Wassermühlen, die einst den Lauf des Flusses Erkina im Stadtgebiet säumten, wurde eine erhalten und liebevoll restauriert. Sie befindet sich in funktionsfähigem Zustand und kann besichtigt werden. Der Ort selbst ist sehr malerisch gelegen und besticht durch sein Grün und die schöne Umgebung. Etwas südlich von Livadia liegt der berühmte Berg Helikon, der in der Antike als "Berg der Musen" bekannt war. Er war dem Gott Apollo und den Musen geweiht und stellt heute noch eine bedeutende touristische Sehenswürdigkeit dar. Der Überlieferung zufolge soll dort der altgriechische Dichter Hesiod von den Musen selbst die Dichtkunst gelehrt bekommen haben. Von Livadia aus führt eine gut ausgebaute Straße zum Helikon. Besonders in den Sommermonaten wird der Berg gerne besucht, da er nicht nur eine kulturhistorisch bedeutende Sehenswürdigkeit darstellt, sondern auch von großer natürlicher Schönheit ist.

 

Nicht nur die Natur und Geschichte in Livadia sind interessant und besuchenswert, auch die Einheimischen sind freundlich und Fremden gegenüber aufgeschlossen. Die Stadt gehört nicht zu den Zentren des Massentourismus. Dort kann man noch unverfälschte griechische Alltagskultur erleben, so wie es einst überall üblich war. Die Straßen laden zum Flanieren ein. In der warmen Jahreszeit herrscht dort ein reges Gedränge. Menschen sitzen in vielen kleinen Tavernen und Cafés bis weit in die Nacht hinein zusammen und genießen den Abend bei Musik und Wein. Das ist unverfälschte südländische Lebensart, wie man sie in den auf Kommerz orientierten Zentren des Massentourismus immer weniger finden kann.

altgriechisch: Lebadia Λεβαδία oder Lebadeia Λεβάδεια

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