Sie sind hier: Griechenland - Zentralgriechenland

Zentralgriechenland - griechisch: Kendrikí Elláda Κεντρική Ελλάδα

Zentralgriechenland ist ein geographisches Gebiet Griechenlands. Es grenzt im Norden an die Regionen Epirus und Thessalien. Im Westen bildet das Ionische Meer und im Osten die Äägis die natürlichen Grenzen der Landschaft. Im Süden schließt sich die Halbinsel des Peloponnes an die Landschaft Zentralgriechenland an. Die Griechen bezeichnen ihr Kernland einfach als Festlandgriechenland. Früher war auch manchmal die Bezeichnung Rumelien gebräuchlich. Zur Landschaft Zentralgriechenland gehören die Regionalbezirke Ätolien-Akarnanien, die Region Attika und die Region Mittelgriechenland mit den Regionalbezirken Böotien, Euböa, Evrytania, Fokida und Fthiotida.

 

Die Landschaft ist das bevölkerungsreichste Gebiet Griechenlands mit mehr als 4,5 Millionen Einwohnern. Seine Fläche beträgt knapp 25.000 Quadratkilometer. Damit ist es die zweitgrößte geografische Region des Landes. Seine Hauptstadt ist Athen, das zugleich Landeshauptstadt Griechenlands ist. Andere wichtige Städte in Zentralgriechenland sind Lamia, Chalkida, Agrinio, Theben und Livadia. Zentralgriechenland ist sehr gebirgig. Im Gebiet liegen einige der höchsten Berge des Landes, darunter der 2.510 Meter hohe Giona, der fünfthöchste Gipfel des Landes, und der 2.495 Meter hohe Vardousia, Griechenlands siebenthöchster Berg. Beide Erhebungen befinden sich im Regionalbezirk Fokida. Auch mit natürlichen Gewässern ist Zentralgriechenland reich gesegnet. Der größte natürliche See des Landes, der Trichonida-See, liegt im Regionalbezirk Ätolien-Arkananien unweit der Stadt Agrinio. Er verfügt über eine Gesamtfläche von nahezu 100 Quadratkilometern und ist bis zu 58 Metern tief. Zentralgriechenland gehört seit seiner Gründung 1881 zum neuzeitlichen griechischen Staat. Obwohl die Griechen diesen Teil ihres Landes Festlandgriechenland nennen, gehören außer Euböa auch die Inseln des Regionalbezirks Piräus dazu.

 

Zentralgriechenland ist eine sehr vielseitige und komplexe Region. Dementsprechend interessant ist das Gebiet auch für den Tourismus. Zentralgriechenland hat für jeden Geschmack etwas zu bieten. Das angenehme und milde Klima an den Küsten lädt zum Baden und Wassersport ein. Flache, sandige Strände eignen sich ausgezeichnet für einen Badeurlaub mit der ganzen Familie, während stärker gegliederte Steilküsten von Surfern und Tauchsportlern bevorzugt werden. Durch das milde Klima beginnt die Badesaison schon im März und währt bis in den Oktober hinein. Das Landesinnere mit seinen Flüssen, Bergen, Wäldern und Seen ruft geradezu danach, bei Wandertouren, mit dem Fahrrad oder sogar auf dem Pferderücken erkundet zu werden. Es gibt Naturschutzgebiete und Nationalparks mit ausgedehnten Wäldern aus Pinien, Eichen, Platanen und anderen Gehölzen, zwischen denen Tiere leben, die in Mitteleuropa schon lange nicht mehr vorkommen. Dazu gehören Braunbären, Luchse, Wölfe, Wildkatzen und Adler sowie viele andere Arten. In den Gebirgsregionen Zentralgriechenlands finden selbst Wintersportfreunde ausreichend Gelegenheit, sich zu betätigen. Es existieren mehrere Skigebiete, die aber häufig noch ein Geheimtipp sind.

 

Wohl noch viel bedeutender als die landschaftliche Schönheit Zentralgriechenlands sind seine kulturellen und historischen Sehenswürdigkeiten. Griechenland gilt als Wiege der europäischen Kultur. Das Land ist seit beinahe ewigen Zeiten besiedelt. Die Siedler hinterließen ihre Spuren in Zentralgriechenland und noch heute stehen Touristen und Einheimische staunend vor diesen Zeugen der Vergangenheit. Alleine die Beschreibung der Metropole Athen, die geografisch so wie die ganze Region Attika ebenfalls zu Zentralgriechenland gehört, füllt ganze Bände. Die Akropolis von Athen mit ihren weltberühmten Baudenkmälern ziert mit vollem Recht die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes. Auch die zweitwichtigste antike griechische Stätte, das Heiligtum von Delphi, liegt in Zentralgriechenland. Das Heiligtum umfasst nicht nur die ehemalige Orakelstätte im Tempel des Apollo, sondern auch das angrenzende Heiligtum der Athene, das Gymnasium und das Stadion. Die Ausgrabungen begannen im 19. Jahrhundert und dauern bis heute an.

 

Weitere bedeutende historische Stätten sind das altehrwürdige Theben oder Helikon, der Berg der Musen. Das sind nur die großen weltbekannten Sehenswürdigkeiten. Beinahe jeder Ort hat seine eigenen Zeugen der Geschichte, die, obwohl nicht so bekannt wie die großen Stätten, ebenfalls eine Besichtigung wert sind. Um diese örtlichen Sehenswürdigkeiten auch zu finden, informiert man sich am besten vor Ort. Zentralgriechenland ist nicht nur stolz auf eine lange Reihe historischer Sehenswürdigkeiten, auch viele bedeutende Persönlichkeiten können den Anspruch erheben, auf seinem Boden geboren worden zu sein. Dazu gehören der Dichter und Erzähler Hesiod, der Dichter Pindar, der Staatsmann Epaminondas, der Feldherr Pelopidas und der Schriftsteller und Geschichtsschreiber Plutarch, um nur einige zu nennen. Es ist keine Übertreibung zu sagen, dass Zentralgriechenland einen großen Beitrag zum kulturellen Fortschritt der Menschheit geleistet hat. Übrigens sind die großen und international bekannten Stätten der griechischen Kultur in Zentralgriechenland während der Hauptsaison stark frequentiert. Besucher, die hauptsächlich kommen, um sie zu besichtigen, sollten besser im Frühjahr oder Herbst anreisen. Dann ist nicht nur das Gedränge geringer, die Preise sind in der Nebensaison deutlich niedriger und als zusätzlicher Bonus sind die Temperaturen erträglicher als während der Monate Juli/August.

 

Ein besonderer Anziehungspunkt des Landes sind nicht nur seine Bauwerke, Geschichte oder Natur, sondern auch seine Bewohner und ihre Kultur. Die Einwohner Zentralgriechenlands, so wie in ganz Griechenland, sind für ihre Gastfreundschaft berühmt und dafür, wie sie es verstehen, Feste zu feiern. Viele der Feste können auf eine lange Tradition zurückblicken und haben Wurzeln, die sogar bis in die Antike reichen. Jeder kleine Ort hat seine eigenen Feste, an denen fast alle Einwohner teilnehmen. Sie sind nicht so kommerziell organisiert wie Feste in Mitteleuropa. Die Atmosphäre dagegen ist um so herzlicher. Besucher werden willkommen geheißen und wie Freunde behandelt. Wenn sich die Gelegenheit bietet, sollte man auf jeden Fall an diesen Festen teilnehmen. Die Erfahrung wird bestimmt ein Höhepunkt des Griechenlandurlaubs sein.

 

Das Wetter kommt den Griechen ebenfalls entgegen. Wegen des milden Klimas können die meisten Feiern im Freien stattfinden und brauchen nur selten wegen Regen abgesagt zu werden. Ein anderer wichtiger Bestandteil der Kultur ist das Essen. Nicht umsonst ist die griechische Küche auf der ganzen Welt bekannt. Viele der Speisen und Getränke haben ihren Ursprung in Zentralgriechenland und haben von dort aus die Welt erobert. Heute findet man nicht nur selbst in entlegenen Orten in Deutschland ein griechisches Restaurant, in dem man die Erinnerungen an den letzten Urlaub im Lande der Helenen wieder auffrischen kann, auch in die alltägliche Küche haben griechische Erzeugnisse längst ihren Einzug gehalten. Mehr und mehr Deutsche kochen heute zum Beispiel wie selbstverständlich mit Olivenöl oder benutzen Feta-Käse für die Zubereitung verschiedener Gerichte. Die Wissenschaft hat inzwischen nachgewiesen, dass diese Kost nicht nur wohlschmeckend und bekömmlich, sondern auch gesund ist und mit hoher Wahrscheinlichkeit einer der Faktoren für die Langlebigkeit der Einheimischen ist. Auch griechischer Wein wird längst nicht nur im Schlager besungen oder in griechischen Tavernen getrunken, sondern ist auch in deutschen Wohnzimmern zu finden.

  Teilen

Anzeigen

Tipps und Reiseinformationen
Urlaubsorte werden meist nach dem Wunschdenken ausgewählt und weniger nach dem, was die Gesundheit ausmacht. Das ist nun einmal so. Dass sich der Körper mit seinen Organen schon bei extremen...
Akklimatisation, auch Akklimatisierung genannt, ist die Anpassung der menschlichen Organe an klimatische Veränderung. Das ist meist dann der Fall, wenn man sich als Urlaubsziel Orte sucht, die de...