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Das kleine Dorf Vergina

Vergina ist ein kleines Dorf im westlichen Thrakien, dicht an der Grenze zu Zentralmakedonien. Obwohl der Ort keine 3.000 Einwohner zählt, ist seine Bedeutung für die makedonische und gesamtgriechische Geschichte umso größer. Die historische Bedeutung Verginas hat Auswirkungen bis in die Gegenwart. International wurde Vergina durch die archäologischen Funde bekannt, die dort in den letzten Jahren gemacht wurden.

 

Die antike Stadt Aigai war die erste Hauptstadt des makedonischen Staates. Die Blütezeit der Stadt währte bis etwa 410 v. Chr. Auch danach noch wurden in Aigai die makedonischen Könige beigesetzt, ehe die Stadt allmählich an Bedeutung verlor und in Vergessenheit geriet. Lange Zeit glaubten Archäologen und Historiker, dass sich das alte Aigai in der Nähe der modernen Stadt Edessa befunden hätte. Als sie entdeckten, dass das heutige Vergina am Ort des antiken Aigai liegt, kam das einer wissenschaftlichen Sensation gleich. Diese Entdeckung wurde 1977 zufällig bei Ausgrabungen gemacht, die das kleine Vergina für immer aus seinem Dornröschenschlaf rissen und es in das Zentrum des wissenschaftlichen und touristischen Interesses rückten. Damals wurden unter einem Tumulus (Grabhügel) die unversehrten Gräber der makedonischen Könige entdeckt. Wegen ihrer überragenden internationalen Bedeutung zählen die Ausgrabungsstätten von Vergina seit 1996 zum Weltkulturerbe der UNESCO.

 

Vergina wurde dadurch zu einer wichtigen kulturhistorischen Sehenswürdigkeit Griechenlands. Die Ausgrabungen in Vergina begannen zwar bereits im Jahre 1861, trotzdem wurden die historische Bedeutung des Ortes und seine Identität als antikes Aigai erst spät erkannt. Das liegt sicher auch daran, dass das Grabungsfeld sehr groß ist. Es umfasst die Überreste der antiken Stadt Aigai nebst Palastanlagen, die makedonischen Königsgräber und ein ausgedehntes Bestattungsfeld aus der Eisenzeit, etwa 1.000 v. Chr.

 

Die Umgebung Verginas beherbergt insgesamt 9 Grabanlagen aus makedonischer Zeit. Glücklicherweise entgingen die Gräber dem Schicksal der meisten Grabanlagen dieser Art und waren von Grabräubern unberührt, als sie 1977 vom griechischen Archäologen Manolis Andronikos entdeckt wurden. Das größte der Gräber wird König Philipp II. von Makedonien zugeschrieben, dem Vater Alexander des Großen. Diese Aussage ist aber nicht endgültig bewiesen. Das Grab war sehr reich mit den verschiedensten Beigaben ausgestattet. Die Berühmteste davon ist der sogenannte "Stern von Vergina". Die Verzierung in Form eines 16-strahligen Sterns befindet sich auf dem Deckel einer Urne mit menschlichen Überresten. Der Stern von Vergina wurde von namhaften Archäologen als Symbol der makedonischen Könige interpretiert und ziert die inoffizielle Flagge der griechischen Region Makedonien.

 

Als 1992 die ehemalige jugoslawische Teilrepublik Mazedonien dasselbe Symbol auf ihrer Nationalflagge verwandte, protestierte Griechenland vehement. Aufgrund dieser Proteste musste Mazedonien 1995 das Symbol wieder entfernen. Das Philipp-Grab besteht aus einer Vor- und einer Hauptkammer, die reich dekoriert sind, unter anderem mit einem farbigen Fries. Andere Gräber im gleichen Tumulus sind unter dem Namen Prinzen- und Persephone-Grab bekannt. Das Romaios- und Eurydike-Grab liegen nördlich davon. Der große Tumulus mit dem Grab Philipp II. wurde in ein unterirdisches Museum umgebaut, das zu den besten und didaktisch wertvollsten Museen Griechenlands zählt. Die präsentierten Fundstücke sind einzigartig und gehören zu den kostbarsten Funden dieser Art in Griechenland, da es äußerst selten ist, dass ein Grab einer derart einflussreichen historischen Persönlichkeit nicht ausgeplündert wird.

Vergina: griechisch Βεργίνα

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