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Die Griechen

Land und Leute, sowie die Traditionen in Griechenland, sind ein kleiner Kosmos für sich.

  • Nach dem Jahrelang festzustellen war, das die Provinzen immer unbewohnter wurden, weil die Menschen in die Stadt, auf das Festland, ins europäische Ausland, nach Amerika oder nach Australien auswandert sind, ist in den letzten Jahren wieder ein deutlicher Anstieg von Rückkehren, zu verzeichnen. Zu verdanken ist diese Wiederbelebung  dem Tourismus, der seit der siebziger Jahren boomt. Aber auch heute wohnen noch ca. 30% aller Griechen im Ausland.

  • Wer die Nähe oder das Gespräch mit Griechen sucht, sei es auf englisch, deutsch oder aber mit Händen und Füßen, wird häufig dazu die Möglichkeit finden. Vor allem außerhalb der großen Tourismuszentren und in den kleinen Bergdörfern wird man feststellen, das die viel gerühmte Gastfreundschaft nicht vergessen ist. Schnell wird man auch als Urlauber Freunde unter den Griechen finden. Erst seit 1948 ist Neugriechisch in Griechenland Amtssprache. Mit dem zunehmenden Tourismus  lernten die Griechen Deutsch und Englisch.

   
  • Nahezu die gesamte griechische Bevölkerung gehört der  griechisch-orthodoxen Kirche an. Die Kirche spielt in Griechenland eine große Rolle im Leben. Kaum eine Ehe wird nicht kirchlich geschlossen und auch die junge Generation hält an den Glauben fest. Das größte kirchliche Fest hier wird zu Ostern gefeiert.

  • Griechenland ist eine Männergesellschaft an Jahrhunderte alten patriarchalischen Traditionen, haben auch die ’’neuen Ideen’’ aus dem Ausland und der Tourismus nichts tun können. So haben Frauen erst seit 1952 das Wahlrecht und erst 1975 wurde die Gleichberechtigung von Mann und Frau im Grundgesetz verankert. Schauen sie nur mal in die Domäne des Mannes, das Kafenion. Diese meist kleinen Gasthäuser finden sie in jedem noch so winzigen Dorf. Der Besuch eines Kafenions ist Frauen zwar nicht verboten, aber gern gesehen sind sie dort auch nicht. Männer sitzen dort, trinken ihren Kaffee,  Politisieren, lesen Zeitung oder lassen ihre Komboloi, einer Kette aus Perlen, spielerisch durch die Finger gleiten. Diese Komboloi hat keine religiöse Bedeutung. Andere spielen Tavli (Backgammon), während die Frauen sich um Haus und Hof kümmern. Tavli ist viel viel mehr als nur das griechische Backgammon. Tavli wird überall und immer gespielt. Zwei Männer am Tisch, ein Spielbrett, zwei Würfel und runde dicke Plastikknöpfe, darüber zwei Köpfe gebeugt,.... Bitte nicht stören, das Spiel ist in der Endrunde. -  Tavli gehört zu den Traditionen eines griechischen Mannes so wie seine Mutter, der Militärdienst und der starke griechische Kaffee. Man glaubt auch heute noch in Griechenland, das wer nicht beim Militär war, ist kein richtiger Mann ist. Immer noch müssen die jungen Männer mittelalterlich anmutenden Schikanne über sich ergehen lassen. Zivilen Ersatzdienst gibt es keinen. Möglich ist nur der Dienst ohne Waffe, der ist jedoch auch in der Kaserne abzuleisten. Verweigerern gebührt eine Gefängnisstrafe.

   
  • Aber auch diese Zeit geht vorbei, und es gibt doch auch soviel angenehmes, zu erleben. Kamaki, heißt Harpune und bedeutet in der normalen Umgangssprache soviel wie Frauen aufreißen. Er ist der Kollege des Italienischen Papagallos und des Französischen Gigilos. Diese Möchtegernkasanovas, gehören genauso viel zu Griechenland, wie Sonne, Sand und Meer. Sie machen hauptsächlich Touristinnen an, so wie einst in dem Schlager ´´Do you like the Greece´´(CD made in Greece, Sänger Antonis Kalojiannis) besungen. ´´Hallo Mademoiselle, do you like the Greece, Was machen sie heute….´´ Die griechischen Adonisse sind Champions unter den Harponisten. Sicher sind vor ihnen nur die einheimischen Mädchen, deren Tugend immer noch von strengen Vätern, Brüdern und Onkeln bewacht wird. Dennoch, Fakt ist, das es in Griechenland sehr viele ´´Mischehen´´ gibt. Griechen, die mit Schwedinnen, Deutschen, Engländerinnen oder.... verheiratet sind. Ein harter Standpunkt für diese Frauen, denn auch heute im 21. Jahrhundert ist es in Griechenland durchaus gebräuchlich, das die Frau eine Mitgift in die Ehe bringt. Auch wenn dieses Gesetz der Aussteuerpflicht 1983 abgeschafft worden ist, und es sich für sie seltsam anhört. Normaler Weise bringt die Frau ein volleingerichtetes Haus, Gold und Bargeld mit in die Ehe. Schlechter situierte Töchter haben es auch heute noch schwer einen Mann zu finden und von dessen Familie respektiert zu werden. Die griechische Hochzeit wird auch heute noch wie vor zahlreichen Jahren mit vielen Bräuchen gefeiert. Am Hochzeitstag kommen die ledigen Freundinnen zum Elternhaus der Braut und helfen Ihr sich anzukleiden. Verwandte und Freunde der Familie kommen, begleitet von Musikern und singen gemeinsam traditionelle Hochzeitslieder. Dann verabschiedet sich die Braut  von der Familie und dem Haus um dann mit  ihnen zur Kirche zugehen. Drei Tage zuvor, wurde ihre Mitgift, das eingerichtete Haus oder mindestens eine Wohnung, zur Schau gestellt, damit Verwandte, Freunde und alle Dorfbewohner diese bewundern konnten. Dazu hatte man das Ehebett des Brautpaares mit Blumen geschmückt. Die Schaulustigen werfen Geldscheine auf das Bett, wo das Brautpaar stolz thront. Zur gleichen Zeit, wie die Braut geschmückt wird, helfen Freunde und Verwandte dem Bräutigam sich zu rasieren, frisieren und seinen Anzug anzuziehen. Auch hier werden die traditionellen Hochzeitslieder gesungen. Dann macht auch er sich begleitet von seiner Familie auf den Weg zur Kirche. Wo ihm vor der Kirche die Braut übergeben wird. Nach der Hochzeitszeremonie geht die Hochzeitsgesellschaft in den Saal wo gefeiert wird., wobei  500 – 1000 Hochzeitsgäste keine Seltenheit sind.

   
  • Im Idealfall kommt ein Jahr später der erste Stammhalter auf die Welt. Der erste Sohn eines Paares wird auf den Namen des Großvaters väterlicherseits getauft. Die erste Tochter wird nach dem Namen der Großmutter väterlicherseits benannt. Erst bei der Geburt der 2. Tochter bzw. 2. Sohn kommen die Eltern der Mutter als Namengeber in Betracht. An diesen Brauch halten sich auch heute noch die meisten Eltern, so kommt es, das es in Griechenland nicht sehr viele verschiedene Vornamen gibt. Um bei offiziellen Schriftstücken eine Verwechslung vorzubeugen, schreibt man den Vornamen, den Nachnamen und dann Sohn bzw. Tochter des..... (Vorname des Vaters). Bei verheirateten Frauen .... Tochter des, Frau des .... (Vorname des Ehemannes). Wer häufig  und zu verschiedenen Zeiten nach Griechenland reist, wird das Gefühl nicht los, die Kinder hier würden nie zur Schule gehen. In der Zeit von Juni bis September sind Ferien, Karneval, Ostern Weihnachten ..... Griechische Schulen bleiben mehr als 4 Monate jährlich geschlossen. Wer seinen Kindern hier eine Umfassende gute Schulausbildung sichern will muß sie in sogenannte Frontestirio  ( private Aufbau und Zusatzkurse 3 – 10 Schüler) schicken. Diese sind relativ teuer, und für Eltern mit vielen Kindern eine große Belastung. Bei Aufnahmeprüfungen auf Universitäten haben Schüler ohne Frontestirio keine Chancen. In Griechenland kommt ein anderes Problem dazu, viele kleine Orte haben keine eigenen Schulen.

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