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Griechenland - Die Rolle der Musik in der Antike bis zur heutigen Zeit

Die Rolle der Musik in der Antike

Griechenland verfügt, wie allgemein bekannt ist, über eine sehr alte Kultur. Das antike Griechenland war eine bemerkenswerte Zivilisation, von denen bis heute Erinnerungsstücke in vielerlei Form vorhanden sind. Daraus wird u. a. auch ersichtlich, dass Musik in Griechenland schon immer eine wichtige Rolle gespielt hat. Sie wurde zu festlichen Anlässen, aber auch im fröhlichen Beisammensein gespielt und geschätzt. Bei den großen Festspielen der Antike wurden musikalische Wettkämpfe ausgetragen und selbst einige der griechischen Götter wurden mit Musik in Verbindung gebracht. Das Musizieren beschränkte sich damals hauptsächlich auf den Gesang sowie das Spielen von einfachen Seiteninstrumenten und Blasinstrumenten wie Flöten. Zahlreiche Darstellungen von Musizieren auf Amphoren sowie schriftliche Überlieferungen von berühmten griechischen Philosophen machen deutlich, dass die Musik bereits im antiken Griechenland einen hohen Stellenwert hatte.

 

Allgemeines zur Musik im heutigen Griechenland

Von der Antike bis heute spielt die Musik in Griechenland eine wichtige Rolle. Sie hat sich über die Jahre hinweg weiterentwickelt und Elemente von anderen Musikrichtungen, vor allem aus dem Orient, übernommen. Dennoch hat sie immer noch ihren ganz eigenen Charakter. Vor allem Volksmusik hat in Griechenland eine wichtige Bedeutung. Sie wird um einiges höher eingeschätzt als beispielsweise Volksmusik in Deutschland und ist bei Weitem nicht nur etwas, was nur in ländlichen Gegenden oder nur von den älteren Generationen geschätzt wird. Die Folklore beeinflusst sogar die moderne Musik Griechenlands. Was man der griechischen Musik anmerkt, das sind die vielen Einflüsse der östlichen Länder, die vor allem seit dem 20. Jahrhundert zu spüren sind. Dies hat zum einen mit der geografischen Lage Griechenlands zu tun und zum anderen mit der Tatsache, dass viele Flüchtlinge und Einwanderer aus dem Orient Griechenland zu ihrer neuen Heimat gemacht haben. Zudem weist die griechische Musik Ähnlichkeit mit anderen Musikstilen des Mittelmeerraums auf.

 

Die verschiedenen Arten griechischer Volksmusik

Griechenland ist ein großes, in verschiedene Provinzen bzw. Präfekturen eingeteiltes Land. Zum griechischen Festland gesellen sich zudem etliche kleine und große Inseln. Jede Region Griechenlands verfügt über ihren ganz eigenen Musikstil, obwohl man ihnen alle einen gemeinsamen Nenner anhört. Einige dieser Musikrichtungen sind sogar außerhalb Griechenlands bekannt und populär. Fast alle Richtungen verwenden dieselben Streich- und Blasinstrumente, welche an die Musik der griechischen Antike erinnern. Die griechische Volksmusik, Dimotiki Mousiki genannt, wird von den Klängen der Gitarre, der Geige und der Klarinette geprägt. Hinzu kommen rhythmische Instrumente wie das Tamburin und gerne auch mal kleinere Trommeln.

 

Vor allem, aber nicht nur, in den ländlichen Regionen Griechenlands beschäftigt man sich viel mit der Volksmusik. Die Gesänge handeln von den Tragödien der Geschichte, von Liebe und Kampf, von Griechenland selbst. Es werden alte Themen wie die Unterdrückung während der Blütezeit des Osmanischen Reiches aufgegriffen, aber auch neuzeitliche Wirtschaftsprobleme und erfreuliche Ereignisse werden vertextet und in oftmals melancholischen, aber auch temperamentvollen Melodien eingefangen. Frauen singen genauso wie Männer und es wird gern in Gruppen zusammen gesungen und musiziert.

 

Jede Region Griechenlands steht für ganz besondere Musikstile. In Zentralgriechenland und Thessalien konzentriert sich die Musik zum Beispiel sehr auf die Instrumente Violine und Klarinette. Man lässt alte Volkslieder wieder aufleben, die von Kriegsgeschehnissen erzählen. In Nordgriechenland hingegen hat ein eher seltenes Instrument die Dominanz: der Dudelsack. Hinzu kommen türkische bzw. arabische Instrumente und Instrumente bulgarischer Abstammung. Auf den griechischen Inseln herrscht wiederum eine andere musikalische Tradition vor. Die Nisiotika, die Volkslieder der Inseln, setzen sich aus sehr emotionaler Musik zusammen. Streichinstrumente wie die Violine, die Laute und die typisch griechische Lyra prägen die Musik der Inseln. Auch Santouri wird gespielt, ein mit Klöppeln gespieltes, urtypisches Musikinstrument, das über 100 bis 140 Saiten vorweisen kann. Zudem hat sich eine Abart des Dudelsacks, Tsampouna genannt, eingebürgert. Viele dieser Instrumente spielt man nur auf den griechischen Inseln, andere wiederum wurden von den Osmanen auch in anderen Ländern verbreitet.

 

Die populäre Musik Griechenlands

Nun sollte man nicht fälschlicherweise annehmen, dass in Griechenland nur Volksmusik gespielt und geschätzt wird. Auch die populäre Musik hat in Griechenland ihren Platz in der Kultur und Unterhaltung. Sie wird mit den Begriffen "Laïki Mousiki" umschrieben und ist vor allem bei den jüngeren Griechen beliebt. Der Musikstil Rembetiko gilt als die ältere Variante der griechischen Pop-Musik. Er wurde von den asiatischen Einwanderern eingeführt und wird durch Instrumente wie Gitarre, Akkordeon, Bouzouki, Geige und Baglamas gekennzeichnet. Der Musikstil erwachte so um die 20er- und 30er-Jahre in den griechischen Städten, vor allem in den Einwanderer-Vierteln. Thematisiert werden in den schwermütigen Liedern der harte Alltag der Einwanderer sowie tragische Liebesgeschichten und das Gefühl der Entfremdung. Es ist daher nicht verwunderlich, dass der Rembetiko oft mit dem Blues in Verbindung gebracht wird. Erst Jahre später wurde dieser griechische Musikstil auch bei den Massen populär, vor allem durch die Auftritte von einigen wenigen anerkannten Musikern.

 

Die modernere Variante der griechischen Pop-Musik wird als Laïkó bezeichnet. Sie gilt quasi als Ablösung des Rembetiko und erfreut sich bis heute noch einer recht großen Anhängerschaft. Damals galt sie als zu unpolitisch und als Laune der jüngeren Generation, aber mit den vielen Veränderungen in Griechenland nahm sie an Beliebtheit zu. Die Melodien gingen leicht ins Ohr, die Texte waren so geschrieben, dass man sich gut mit den beschriebenen Situationen identifizieren konnte. Erstmals nahmen auch einzelne Sänger an Bedeutung zu und planten große Auftritte, sodass es nicht mehr nur um Gruppen oder um melancholische Melodien ging. Sogar lateinamerikanische Rhythmen wie Rumba oder Mambo fanden ihren Weg in den modernen Musikstil des Laïkó.

 

Griechische Musik heute

Die populäre Musik Griechenlands kam im Laufe der Zeit immer mehr in Kontakt mit der Musik der Nachbarländer. Die politische Situation änderte sich, die Bevölkerungszusammensetzung ebenfalls. Das merkt man der moderneren Pop-Musik Griechenlands an. Eigenschaften der französischen Chansons finden sich darin ebenso wieder wie Einflüsse amerikanischer Musikrichtungen. Es gab auch zunehmend griechische Sänger, die Neues wagten und internationale Anerkennung fanden.

 

Vangelis ist zum Beispiel ein bekannter griechischer Sänger, der international bekannt wurde. Seine erfolgreichste Zeit hatte er in den 80er- und 90er-Jahren mit Balladen und temperamentvollen Liedern, die in englischen Versionen erschienen. Rockmusiker und Techno-Musiker gibt es inzwischen auch in Griechenland, aber das Land hat keine wirklich internationalen Stars mit Wiedererkennungswert hervorgebracht. In der klassischen Musik konnte sich jedoch u. a. der berühmte Komponist und Sänger Giorgos Dalaras einen Namen machen. Er schaffte eine mitreißende Mischung aus traditionellen griechischen Melodien und außerhalb Griechenlands unbekannten Instrumenten sowie moderneren klassischen Melodien aus Amerika und Europa. Seine Werke waren zum Teil in ganz Europa beliebt.

 

Musik und Feste

Wie in allen Kulturen ist auch in Griechenland die Musik eng mit dem Feiern von Festen verbunden. Zwar gibt es keine so großen Feierlichkeiten wie die berühmten Festspiele der Antike mehr, doch gefeiert wird in Griechenland gern. Man legt auch den kulturellen Hintergrund und die griechischen Traditionen sehr viel Wert. Dies ist vor allem auf dem Land spürbar, doch auch in den Städten und in den Touristenregionen sowie auf den griechischen Inseln werden Feste gern gefeiert. Musik darf dabei natürlich nicht fehlen, vor allem nicht die traditionelle griechische Volksmusik.

 

Worauf man in Griechenland neben Tradition noch sehr viel Wert legt, das ist der Glauben. Daher sind die meisten Festlichkeiten an religiöse Feiertage gebunden. Im Gegensatz zu anderen Ländern ist der wichtigste christliche Anlass zum Feiern in Griechenland nicht Weihnachten, sondern Ostern. Es wird als Familienfest sowie auch als Dorf- oder Stadtfest zelebriert. Man färbt dazu Eier in der Glücksfarbe Rot und dekoriert das Haus in fröhlichen Farben. Vor allem in den Dörfern und auf den griechischen Inseln erledigt man zudem den Frühjahrsputz und tüncht die Hauswände weiß. Pateneltern machen ihren Patenkindern Geschenke, vorwiegend Kleidung und Schuhe oder in den moderneren Zeiten auch Geld. Es wird traditionell eine Kerze mitgeschenkt, die man dann in Gedenken an den religiösen Hintergrund von Ostern anzündet. Ein weiterer Unterschied zu den Feierlichkeiten in anderen europäischen Ländern ist die Bedeutung, die dem Namenstag in Griechenland zukommt. Er gilt als wichtiger als der Geburtstag und wird beinahe ausgelassen gefeiert. Neben dem Feiern und Musizieren ist es jedoch auch üblich, an seinem Namenstag an die Religion zu denken. Besonders, wenn man nach einem Heiligen benannt wurde, sollte man daher an seinem Namenstag in die Kirche und dem heiligen Namensgeber gedenken.

 

Es ist nicht besonders bekannt, aber in Griechenland wird der Karneval mit großer Begeisterung gefeiert. Rund drei Woche zelebriert man ihn, ausgehend von einem Sonntag. Der griechische Karneval, Apokries genannt, ist eine sehr heitere Angelegenheit. Man verbringt die Zeit in Gesellschaft der anderen, verkleidet sich, stellt besondere Leckereien her – und teilt natürlich auch musikalische Erlebnisse miteinander. Die Musik spielt überhaupt eine große Rolle bei allen Feierlichkeiten und festlichen Anlässen der Griechen. Wie bei generellen Dingen gilt auch in Sachen Feste, dass keine Region in Griechenland genau dasselbe macht wie die anderen Regionen. Die kulturelle Vielfalt ist bis heute erhalten geblieben und zeigt sich vor allem auch in den Traditionen und Festen. Das bezieht sich auf die Musik genauso wie auf die festliche Bekleidung und die festlichen Gerichte.

 

Am 25. März wird überall im Land der Nationalfeiertag gefeiert. Dies drückt sich in Paraden durch die Städte und Dörfer aus, in denen die jeweilige Tracht getragen wird. Auch hier darf die griechische Volksmusik nicht fehlen. Vor allem Lieder in Gedenken an die Freiheitskämpfe gegen die osmanischen Herrscher werden in kleinen und großen Gruppen gesungen. Nationale und internationale Musikfestivals werden auch regelmäßig gefeiert, vor allem in Santorin. Hinzu kommen Volkstanzfestivals und Kulturfestivals. Das Tanzen ist bei den Griechen nämlich ebenso beliebt wie das Singen und von Region zu Region ebenso unterschiedlich und traditionell geprägt.

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