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Galicien - Spanien

 

Galicien liegt im Nordwesten von Spanien. Es grenzt im Süden an Portugal, im Osten an die autonomen Gemeinschaften Kastilien-Léon und Asturien, im Norden an die Biskaya und im Westen an den Atlantik. Die Hauptstadt von Galicien ist Santiago de Compostela. Mit etwa 93.000 Einwohnern zählt sie allerdings zu den eher kleineren Städten. Insgesamt leben rund 2,8 Millionen Menschen in Galicien. Flächenmäßig liegt die Gemeinschaft mit fast 30.000 Quadratkilometern auf Platz 7 von 17 möglichen.

 

Die Landessprache in Galicien ist, neben Spanisch, auch portugiesisch und galicisch, dies ist seit 1981 in weiten Teilen Spaniens die zweite Amtssprache neben Spanisch. Im Jahre 2005 würde Galicisch zwar als offizielle Sprache anerkannt, jedoch nicht als Amtssprache für die Europäische Union.

 

Der Name „Galicien“ stammt von den keltisch-iberischen Galläkern, die sich im Altertum im Nordwesten Spaniens ansiedelten.
Bereits im Jahr 25.000 vor Christus sollen hier die ersten Menschen gesiedelt haben. Entsprechende Spuren fand man in Budiño und Porriño. Aus dem 4. Jahrtausend vor Christus stammen die gefundenen Grabhügel aus Megalith. Zwischen den Jahren 1800 und 400 vor Christus, also in der Bronze- und der Eisenzeit, entwickelte sich die Metallverarbeitung und erste befestigte Siedlungen entstanden. Nachdem im 7. Jahrhundert vor Christus die Kelten die Region besiedelten, kamen im Jahr 135 vor Christus die Römer und ernannten das Land zur römischen Provinz. Vom 4. bis zum 6. Jahrhundert nach Christus regierten verschiedene Völker in Galicien.

 

Galicien ins eingerahmt vom Atlantischen Ozean und dem kantabrischen Meer im Norden und Westen sowie von Portugal und Kastilien im Süden und Osten. Durch die ausgeprägte Bergkette ist Galicien vom restlichen Spanien weitgehend abgeschottet, da auch über die Hälfte des Landes nahezu über 400 m hoch liegt. Die Pena Trevinca ist hier mit 2.127 m der höchste Berg.
Der Küstenverlauf Galiciens beträgt etwa 1700 km, von denen ein Großteil aus Steilküste besteht und etwa ein Drittel der spanischen Küste umfasst. Besonders prägend und charakteristisch sind die Rias, die fjordähnlichen Flussmündungen entlang der Küste.
Allerdings weisen die Rias, im Gegensatz zu den Fjorden, nur eine sehr geringe Tiefe auf. Man unterscheidet zwischen den Rias Bajas und den Rias Altas. Die Rias Altas verlaufen recht steil, hier, in der Nöhe von San Andres de Teixido, findet sich die höchsten Kliffs Europas, die bis zu 620 Meter erreichen.
Die Rias Bajas verlaufen dagegen sehr sanft und flach ins Meer. Die längste Ria ist die Ria de Arousa, die mit 37 km und 69 m Tiefe zugleich die größte Ria ist. Hier werden auf zahlreichen Holzflößen Miesmuscheln gezüchtet.
Auch die weitläufigen Wälder sind prägend für Galicien, die fast 30 Prozent des spanischen Waldbestandes einnehmen.


Eine soziale und wirtschaftliche Krise folgte, die bis ins 8. Jahrhundert hinein anhielt. Im Jahr 813 machte man in Santiago de Compostela einen Fund, der bis heute eine große Bedeutung für das Land hat. In einem Grab wurden die sterblichen Überreste des Apostels Jakob, einer der zwölf Jünger von Jesus Christus, gefunden. Seitdem ist die Stadt Wallfahrtsort und wird jährlich von vielen Tausenden Christen auf dem Jakobsweg besucht. 1075 begann man mit dem Bau der Kathedrale von Santiago de Compostela, erst 136 Jahre später wurde sie eingeweiht. Während Galicien im 10. und 11. Jahrhundert eigenständiges Königreich war, wurde es im 13. Jahrhundert kastilisch. Erst 1833 wurde es aufgelöst und in die vier Provinzen A Coruña, Pontevedra, Ourense und Lugo, unterteilt.

 

Eine große Auswanderungswelle fand zwischen 1836 und 1980 statt. Weil Galicien zu abgelegen war und die wirtschaftliche Situation für viele zu prekär wurde, versuchten die Menschen (insgesamt ca. 2,5 Millionen) ihr Glück überwiegend in Lateinamerika. 1980 bekam Galicien den Status einer Autonomieregion und ist seitdem eine Autonome Gemeinschaft Spaniens. Besondere Schlagzeilen, leider im negativen Sinn, machte die Region im Jahr 2002, als, mit dem Tanker Prestige, eine schwere Ölpest die Umwelt zerstörte.


Aufgrund der Lage am Atlantischen Ozean hat Galicien ein sehr warmes, aber auch feuchtes Klima. Die Winter sind mild, allerdings mit vielen Niederschlägen, die Sommer gemäßigt warm. Die Jahresdurchschnittstemperaturen liegen um die 14 Grad, im Bergland allerdings nur bei acht Grad. Die Küstenregion ist mit 150 Regentagen pro Jahr die feuchteste Region in ganz Spanien, weiter im Süden sind es nur noch 100 Regentage. Der Küstenstreifen im Westen hat neben vielen Sandstränden überwiegend Steilküste aufzuweisen. Je weiter man ins Landesinnere fährt, umso bergiger wird die Region. Auch überdurchschnittlich große Waldgebiete sind in Galicien zu finden. Insgesamt machen die Wälder, im Vergleich zum restlichen Spanien, etwa ein Drittel der Fläche aus. Durch das feuchte Klima, dem Wind und dem, oft auftretenden, Nebel und die hügelige, grüne Landschaft, fühlt sich der Reisende oft an die Bretagne oder an Irland erinnert.

 

Zu den bekanntesten galicischen Schriftstellern zählen unter anderem auch Ramón María del Valle-Inclán, Camilo José Cela und Torrente Ballester. Diese Schriftsteller schrieben überwiegend in Spanisch, da galicisch während des Franco-Regimes untersagt war. Nach dessen Ende stieg das Interesse an Büchern in galicischer Sprache wieder an und die galicische Literatur erlebte einen Aufschwung. Die bekanntesten galicischen Autoren sind heute Xosé Neira Vilas, X.L. Mendez Ferrin und Suso de Toro.
Die galicische Literatur reicht bis weit ins 12. Jahrhundert zurück, die bekanntesten, noch erhaltenen literarischen Texte sind auf das Jahr 1196 datiert. Allerdings gibt es, obwohl galicisch auch in diesen Jahrhunderten weit verbreitet war, kaum literarische Zeugnisse aus zwischen dem 16. und 19. Jahrhundert. Das sogenannte Rexurdimento, die literarische Wiedergeburt, wird auf das jahr 1863 datiert. Die Bücher Cantares Gallegos, Aires da Mina Terra und Queixumes dos Pinos kennzeichnen die Wiedergeburt der galicischen Literatur.

 

Die traditionelle galicische Musik ist geprägt von Leier, Harfe und Dudelsack sowie dem Tamboril und der Pandereta. Die Musik erinnert stark an die keltischen Weisen aus der Bretagne und Irland und ist auch heute noch sehr beliebt in Galicien.
Wichtige Vertreter der galicischen Musik, die auch international bekannt ist, sind unter anderem Die Gruppen Fuxan os Ventos und Milladoiro, die seit einigen Jahren in der Sparte „keltische Folkmusik“ internationale Bekanntschaft erreichten.

 

Jedes Jahr feiern die Galicier etwa 4000 Ortsfeste, dazu kommen noch Traditionen, wie der Karneval, Wallfahrten und andere gastronomische Feiern. Religiöse Feiertage sind der 25. Juli, der Namenstag des heiligen Jakobus, der gleichzeitig der galicische Nationalfeiertag ist. Am 31. August feiert man San Ramon de Bealo im gleichnamigen Wallfahrtsort, und eines der berühmtesten Feste Galiciens, die Festas da Virxe de Guadalupe de Rianxo, findet in der zweiten Septemberwoche statt.
Weitere Feiertage, die jährlich begangen werden und einen historischen Hintergrund haben, sind die Festa de Rexonquista, die sogenannte Feier der Rückeroberung der Stadt und die Festa Viquinga. Bei diesem Fest überfallen, als Wikinger verkleidete Einheimische, die Einwohner von Catoria. Nach dem Ende der nachgestellten Schlacht wird Wein, Unmengen von Muschel nund Tintenfisch aufgetragen. Die Festa Viquinga ist inzwischen ein Fest, das nationales historisches Interesse erlangt hat.


Touristisches Ziel ist der schon beschriebene Jakobsweg, der in Santiago de Compostela endet. Sehenswert sind weiterhin folgende Städte: A Coruña (243.000 Einwohner), an der Biskaya gelegen, Vigo (294.000 Einwohner), eine Hafenstadt am Atlantik, Lugo (94.000 Einwohner), liegt im Nordosten Galiciens, Pontevedra (79.000 Einwohner), ebenfalls am Atlantik zu finden, Ferrol (77.000 Einwohner), eine weitere bedeutende Hafenstadt an der Biskaya und Ourense (108.000 Einwohner), eine Stadt im Süden Galiciens, in der Nähe der portugiesischen Grenze

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